Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 37 (1892-1893)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Die ersten Emancipationsbestrebungen der Juden in Breslau
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 476 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2829132-2829640-2829651-2877839--25143-2877886- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
476 Emancipations-Bestrebu11g0.11 in Breslau. unmöglich weiter bestehen, und ihre HoÖuungen waren der Erfüllung ]iahe. Das Kollegium dachte jedoch ganz anders darüber; die Repräsentanten hatten den Schuldschein über den von der Kammer gewährten Torschuss ausgestellt, demnach waren sie auch verpflichtet, diese Summe auf irgend eine Weise aufzubringen, ohne den Schulfond anzutasten! Als die Repräsentanten die Aufforderung des Ministers erhielten, erklärten sie diesem,־ das Schulkoilogium sei im Besitze des Geldes; von diesem verlangten sie zugleich die Auslieferung der Summe, das lockende Versprechen beifügend, sie würden nach den Feiertagen das Nötige wegen der künftigen Erhaltung der Schule überlegen. Das Kollegium hütete sich natürlich wohlweislich, diese Aeusserung allzuernst zu nehmen. 750 Thalcr, die flüssig waren, zahlte es zurück. Allerdings war Zimmer mann der Ansicht, man müsse die ganze Summe sogleich zurückgeben; er wurde aber überstimmt, und das D.irektionskollog beschloss, da sie sich sonst — wie sie behaupteten — einei‘■Pflichtverletzung gegen Lehrer und Anstalt schuldig zu machen glaubten, erst dann den Repräsentanten die Fehlsumme zu übergeben, wenn diese schriftlich sich verpflichten würden, die Schulkosten in der bisher vergeblich verlangten Weise jährlich zu berichtigen. Da die Schulgelder ausgeliehen, also nicht sogleich einziehbar waren, wollte L. Meyer der Gemeinde nötigenfalls unentgeltlich die verlangte Summe bis zur völligen Uebernahme des Sehulfonds vorschiessen. Zugleich richtete das Kolleg an die Kammer nochmals die dringende Bitte, die Gemeinde zur endlichen Uebernahme der Gelder und zur Auszahlung der monatlichen Schulkosten vom 1. Juli ab zu veranlassen; die Lehrer seien ohne Gehalt, die Gemeinde verlange jene Schuldsumme und werde sonst, was auf dasselbe hinaus komme, die Zinsen des schon in ihren Händen befindlichen Kapitals zurückhalten. Zimmermann, der mit dem Vorgehen seiner Kollegen nicht einverstanden war, richtete gleichzeitig an den Minister selbst das Ersuchen, zu veranlassen, dass die Schulkasse die geforderte Schuldsumme, die Gemeindekasse