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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1893-01-01 · Heft 10 · p. Seite 471

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
37 (1892-1893)
Issue
Heft 10
Article
Die ersten Emancipationsbestrebungen der Juden in Breslau
Date
1893-01-01
Page
Seite 471 (sequence 5)
Language
German
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Emancipations-Bestrebungen. in Breslau. 471 steht der Misskredit nicht etwa daher, dass die Schule zu wenig leistet, dem Endzweck nicht entspricht, den sich der Staat davon versprochen hat — die öffentlichen Prüfungen haben gottlob das Gegeiltheil bewiesen — sondern vielmehr daher, weil sie gewissen Leuten, die durch allerhand Wege in den vollziehenden Eat hineingeschoben oder herein gezogen worden sind, zu viel leistet; weil diese fürchten, dass Unvernunft und Aberglauben, das sie freilich nicht so nennen, ganz ausgerottet, und die jüdische Jugend das werden dürfte, wozu eben der Staat sie so gern gebildet wünschte. Da man nun gegen die von der Regierung einmal verordnete Anstalt nicht öffentlich handeln kann, so nimmt man seine Zuflucht zu dem langsam tödtenden Gift der Verläumdung. Für’s erste müssen die Lehrer durch hundert Helfershelfer in den Geruch der Irreligiosität gesetzt werden, hernach fängt man an, sich in die Ohren zu raunen, dass es mit der ganzen Anstalt darauf abgesehen ist, das Judentum zu untergraben, wobei man aber zugleich den Trost mit einfliessen lässt, dass es nicht von langem Bestand sein wird, dass das gotlose Gebäude einstürzen, und aus dessen Trümmern ein wahres Gotteshaus sich erheben wird, zum Frommen aller wahren Andächtigen. Dann werden die ausländischen Rabbiner eingehetzt — weil die inländischen sich fürchten, Bann und Fluch über die Stadt auszurufen, die solchen Frevel in Israel duldet .... Das gesunkene Ansehn der Schuldirektion äussert sich noch auf eine -andere Art. Statt dasselbe als ein Kollegium za betrachten, das in Ansehung der Schnla'ngelegenheiten die Stelle der Kgl. Kammer selbst vertritt, sehen die Herrn Repräsentanten mit Neid auf dasselbe als ein solches, das Eingriffe in ihre Rechte timt; statt dasselbe aus allen Kräften zu unterstützen, und ihm in die Hand zu arbeiten, macht man sich ein Vergnügen daraus, alle seine Schritte zu contrecarrieren, als wie in Ansehung der Winkelscliulen und Hauslehrer, oder sie übel auszulegen und öffentlich zu tadeln, wie jüngst in Ansehung der gerechten Ahndung des intoleranten Rabbiners/1 Das wahre und aufrichtige, von persönlichem Ehrgeiz freie Interesse, das

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