Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 37 (1892-1893)
- Issue
- Heft 9
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 430 (sequence 2)
- Language
- German
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430 Besprechungen. ״ חית קנהdem Thier des Schilfes‘* das oströmische Eeich gekennzeichnet^ das mit dem Schreibrohr arbeitet und druckende, unerschwingliche- Steuern — 1— דימוסאות של שמד) ausschreibt. Alle Würdenträger und Staatsbeamte, vom Kaiser bis zum niedrigsten Schreiber, sind, wie in der Parallel stelle, Agad. Bereschith 55, hinzugefügt ist, mit unersättlicher Gier darauf bedacht, Israel auszupressen und ihre Taschen zu füllen. ״Ihr König schreibt mit dem Bohr und untersiegelt und nimmt Talente Goldes, ebenso die Statthalter (srcapyot), die Consuln oder Eesidenten (rcpo^evo:) und die Schreiber (secretarii). Mit Anlehnung an בזד עמים Ps. 68,31 wird hier und Schemoth rabba 35 geklagt, dass die unerschwinglichen Steuern und unaufhörlichen Erpressungen Israel an der Beschäftigung mit der Gotteslehre hindern und zu allem Bösen verleiten, nämlich zur Unwahrheit, Unredlichkeit und Heuchelei, Untugenden, welche natürlich bei einem solchen Baubsystem, bei solchen übeitriebenen Ansprüchen an die Steuerfähigkeit nicht ausbleiben konnten. Die Betrachtung dieser Midraschstellen führt uns zum Verständnis eines bisher noch nicht et klärten Wortes in Sch. T., Ps. 12. Hier wird hei der Erläuterung des ersten Verses erzählt: ״Hadrian fragte: Durch welches Verdienst besteht dieses Volk? Man antwortete ihm: Es giebt in demselben Promme und Gerechte, die sich um die Thora bemühen und mit frommen Werken beschäftigen. Sogleich verordnete er und warf מזהגמסארת auf das Land. Sobald er ihnen dieses Joch aufgelegt hatte, hörten sie auf, sich mit der Thora zu beschäftigen, und darum betete David: Hilf, Ewiger, denn geschwunden ist der Promme, gewichen ist Treue und Wahrhaftigkeit von den Menschenkindern.“ Pür das unbekannte Wort giebt der Herausgeber aus Handschriften und Ausgaben, aus Jalkut und den Ban dbem erkür gen des Abr. Provengali folgende Varianten: ,מודגאות ,מותמסאות ,מורבאות ,מרגזאות ,מודגראות ,מודנאות מוהגארת und מורצאות. Buber — ebenso Pürst in seinem Glossar — ver» muthet hier ׳jtp0G׳ca7pam פרוודגמאות , und demnach übersetzt auch Wünsche ״Edicte“. Meines Erachtens ist auch hier von drückenden Abgaben die Bede und zwar ist מורגאות offenbar dasselbe wie מוהרקי in b. Jebam. 46 a und B. M. 73 b, dessen richtige Bedeutung bereits B. Nissim im Aruch s. v. festgestellt hat: כתב שיש בר כרגא על בל אחד יאחד, also Kopfsteuerzettel, Steuerlisten. מוהרק ist, wie Kohut nachweist, ein persisches Wort, das auch ins Arabische übergegangen ist; es könnte vielleicht auch mit psptc Beisteuer, polpa und popoc; Gebühr, Pflichtabgabe, cf. oojjLjiopia. die Vereinigung zur Aufbringung der höchsten Kriegssteuer, zusammenhängen. Die Lesarten, die' Abraham Proven^ali bestätigt, erscheinen als die annehmbarsten: מורגאות ist als Verkürzung von מוהרנאף und מוהגמסאות als Compositum מודרג׳־־מסאות (Steuerbücher) zu betrachten. — Daselbst in der Erzählung von dem ehrlichen Pinder halte ich das Wort קיטמא , das sämtliche Ausgaben, Jalkut und die Handschriften mit Ausnähme einer einzigen haben, für richtig. קטמא דדהבא ist Goldstaub. Auf die Bemerkung ihrer Freunde, dass der Pinder das mit Golddenaren gefüllte Kästchen ihr nur deshalb zurückbringe, weil er seinen Inhalt nicht kannte, erwiedert die Matrone: Der ganze Goldstaub ist ja von aussen sichtbar! Wenn eine Handschrift קופסא hat, so scheint hier ein Versehen des Abschreibers vorzuliegen. Die JEmendation in קופסא, der zufolge ״das ganze Kästchen aussen von Gold“ gewesen sein müsste, ist unnöthig. . 1) Buber gesteht, die Bedeutung des Wortes an dieser Stelle nicht angeben zu können;-