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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1893-01-01 · Heft 9 · p. Seite 417

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
37 (1892-1893)
Issue
Heft 9
Article
Die ersten Emancipationsbestrebungen der Juden in Breslau
Date
1893-01-01
Page
Seite 417 (sequence 9)
Language
German
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Emancipations-Bestrebungen in Breslau. 417 heiraten wolle.* 1) Man solle ihn also durch Vergrösserung seines Wirkungskreises in den. Stand setzen, sein Einkommen zu vermehren, und er selbst schlug vor, ihn als Professor der Logik öffentliche Coliegien über diese Wissenschaff nach kantischen Principien halten zu lassen, zumal er hiesigenorts der erste sei2), der sich hierzu bereit finde. Er verpflichtete sich zugleich, für arme Studenten der christlichen Theologie öffentliche Vorlesungen über die hebräische Sprache zu halten, ,,da die Kultur dieser Sprache, besonders wie sie in den neueren Zeiten getrieben werde, hier gleichfalls noch sehr gering sei.“ Hoym, persönlich Löwe ausser st wohlgesinnt, gewährte diese Bitte, noch dazu mit einer Gehaltserhöhung von jährlich 150 Thalern aus der königlichen Kasse ״zu seiner Aufmunterung und in der Hoffnung, dass er alles verwenden werde, die Jugend der schlesischen Juden zu rechtsch affen en und vernünftigen Menschen heranzuziehen, die in der Eolge dem Staate nützlich sein könnten.“3) Einer solchen Aufmunterung bedurfte es tkatsächlich: denn von Anfang des Jahres 1792 an wurden die Verhältnisse Du!eh den Zuschuss, den Löwe aus der Staatskasse erhielt, wurde sein Einkommen ein für jene Zeit glänzendes. 1) Vgl. S. 37, Anm. 2) Ein charakteristisches Licht wirft auf die diesbez, Zustände in Breslau zur Zeit der Wöllner’sehen!Reaktion folgender Bericht, der ohne jeden Kommentar in der litter. Beilage zu den Schl. Pr. BL, 1793, S. 364 abgedruckt ist: ״Am 30. Aug. wurde auf der hiesigen Universität die öffentliche Promotion 8 studierender Theologen zu Baccalaureis der Theologie feierlich, vollzogen, unter dem Dekanat des Herrn Dr. und Prof. Pelka. Das dabei verhandelte Thema: An lux ah uberiore philosophiae cultu hodie orta ehristianae Theologiae sit inimica? ist in dem ausgegebenen Programm dabin beantwortet: dass die neue speculative Philosophie der Theologie äusserst gefährlich sei, indem sie in den Skepticism stürze, von diesem zu Atheism und Materialism führe und sogar Aber die Möglichkeit einer Offenbarung streite. Der Vorteil, dass sie den Verstand schärfe, sei sehr zweideutig, und es sei offenbar, dass sich die neueren Philosophen gegen alle Orthodoxie verschworen hätten. Voraus werden die Verdienste der Physik und Moral um die Theologie anerkannt. — Seit Kurzem wird auf der hiesigen Universität nicht mehr über den Kant gelesen.££ 3) St.-A., M. K., 1. c.

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