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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1893-01-01 · Heft 9 · p. Seite 393

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
37 (1892-1893)
Issue
Heft 9
Article
Ein Übersetzungsfehler bei den Synoptikern
Date
1893-01-01
Page
Seite 393 (sequence 1)
Language
German
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393 Ein Uebersetzungsfehler bei den Synoptikern. Von . . ־ . Prof. Dr. David Kaufmann. -Nur die Gewohnheit, die alte Eeindili der Erkenntnis im Leben wie in der Wissenschaft, macht es begreiflich, dass mitten in einem so viel befahrenen Wege gleichsam, wie iin Berichte der Synoptiker, über den Tod Jesu ein solcher Stein des Anstosses hat liegen bleiben können/ wie es für jeden des jüdischen Lebens Kundigen die Angabe ist, die Jünger hätten am ersten Tage des Pessachfestes gefragt* wo sie das Pessachopfer bereiten sollten. Von allen Schwierigkeiten des Wider- Spruches mit der Darstellung hei Johannes ganz abgesehen, ist diese Ausdrucksweise in sich selbst so widerspruchsvoll und unmöglich,, dass jeder Versuch, die Stelle ohne Vermuthung eines darin verborgenen Fehlers als richtig erklären zu wollen, auf Selbsttäuschung hmauslänft Was mit dem verbrauchten Auskunftsniittel geholfen sein soll, durch das jüngstens noch selbst Prof. Schürer (Theol. Literatur zeitung, 1. April 1893, p. 182) die Schwierigkeit als ״längst befriedigend gelöst1*' betrachtet, dass Josephus das Pest der ungesäuerten Brote als ein achttägiges bezeichnet, ist einfach nicht abzusehen. Um zu wissen, dass im rabbinischen Judenthum das Pessachfest acht Tage gefeiert wird, dazu bedarf man des Josephus nichk Um aber die Möglichkeit zu beweisen, dass jemals und irgendwo der 14. Nisan als erster Tag des Festes der ungesäuerten Brode bezeichnet wurde, dazu müsste im Josephus die Angabe aufgefunden werden, dass das Fest neun Tage gedauert habe. Prof. Chwolson bat daher in seinem Buche: das letzte Passamahl Christi und der Tag seines Todes, S. 11, in dem wieder einmal in ebenso glänzender als sieghafter'Weise der Beweis erbracht worden ist, dass ohne die Kenntnis des Rabbinismus selbst das einfach sachliche Verständnis der Evangelien unerreichbar bleibt, den sicher einzig richtigen Weg zur Lösung dieser Schwierigkeit beschritten, indem er durch die Lücken der Uebersetzung einen Blick auf das Orginal des Matthäus oder, sagen wir lieber, auf die aramäische Grundquelie der Synoptiker, zu werfen versucht hat. Monatsschrift. 37. Jahrgang1. 26

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