Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 37 (1892-1893)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Der Stammbaum des R. Eleasar Fleckeles
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 379 (sequence 2)
- Language
- German
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13er ►Stammbaum des 11. Elcasar Fleckeies. 379 Erbadel geistiger and sittlicher Vorzüge ist im Judenthuine mit Recht zu allen Zeiten ganz besondere Verehrung und Pietät gewidmet worden. Aus den Tiefen von Geschlechtern reifen wie aus verborgenen segenführenden Schichten die Kräfte herauf, die in einzelnen Individuen die Wonne ihrer Zeit, die Bewunderung der Welt erzeugen. Und wenn schon bei leiblichen Eigentümlichkeiten oft Wunder der Vererbung sich offenbaren, so ist auch sicherlich einzelnen Zügen der geistigen Begabung etwas Familienhaftes eigen, das wir nur darum nicht nachzuweisen vermögen, weil es an den 171 künden dieses Nachweises fehlt. Da aber, wo sie sich erbringen lassen, tritt uns die Erblichkeit der Anlagen oft zum Greifen deutlich entgegen. Darum verwandelt sich für manchen bedeutenden Mann sein Stammbaum gleichsam in die Kleinen tentafel, aus der sich die Formel zur Bestimmung seines Geistes und seiner Eigenart entnehmen lässt. Es war mir daher eine freudige Ueberraschung, unter Papieren, die ich der Freundschaft des Rabbiners Dr. Nathan Porges in Leipzig verdanke, einem Stammbaume des R. Eieasar Fleckeles aus Prag zu begegnen, den er mit eigener Hand auf zwei dicht gefüllten Colummen. der ersten Seite eines Foliobogens entworfen und wenn auch nicht völlig, so doch fast zu Ende geführt hat. Ich kenne diese Hand aus dem Gemeindebuche meiner Vaterstadt Kojetein, in dem zahlreiche Eintragungen von ihr herrühren. R. Eieasar hatte im Sommer des Jahres 1779 das durchs den Weggang des nach Seinnitz in Ungarn und später Boskowitz in Mähren berufenen Rabbiners Bär Bloch aus Hamburg erledigte Rabbinat angetreten, das eine kurze Zeit von dem unglücklichen des Sabbatianismus verdächtigten Kojeteiner Gemeindemitgliede Elieser Lasi Koben1) verwaltet worden war. Aber schon am 3. Elul 1783 2), nach 1j F. 60a des Gemeindebuches zeigt seine Unterschrift: היום יום א׳ אי׳דו השבועות תקל״ט לפק הק׳ אליעור לאד כהן כעת במקום רב דפה. Seinen Grabstein auf dem Gottesacker von Kojetein hat mein verewigter Lehrer, Rabbiner Jakob Brüll, erneuern lasse«. 2) ib. f. 7a bedingt sich R. Bär Bloch היום עש״ק^ט׳ו שבט שכתקל״ח לפ״נן־הק,׳ יששכר בער בלאך מהמבורג המצב לקי׳ק סעמכיץ במדינו׳ הגר, dass es ihm innerhalb der nächsten drei Jahre, wenn das Kojeteiner Rabbinat wieder zur Besetzung gelangen sollte, freistehe, es wieder anzutreten. Daselbst findet sich von der Hand R. Eleasars die Eintragung: אם רוצים אלופי׳ ררט ובע״ם לקבל רב ומורה מחויבי׳ להוריע להרב י מרה אלטזר פלעקלש מהיום תוך עשר שני׳ במבואר במכתב מהרב ך׳ אפרים ציל־ץ דל נעשה פה לט א׳ יעא [Kojetein —] ג׳ אלול תקמ״ג לפק גט. R. Bär Bloch war vorher Rabbiner von Eiwanowitz inMähren, s. L.Eisler in ,,JüdischesCentralblatt“ XI, 117f. 25*