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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1893-01-01 · Heft 6 · p. Seite 277

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
37 (1892-1893)
Issue
Heft 6
Article
Die Verheerung von Ungarisch Brod durch den Kuruzzenüberfall vom 14. Juli 1683
Date
1893-01-01
Page
Seite 277 (sequence 8)
Language
German
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Die Verheerung־ von Ungarisch Brod. 277 lebte noch und ward an ihren Haaren heraufgezerrt, ohne dass es den Gatten hatte retten können. Und um die Grausamkeit noch mit grinsendem Hohne zu steigern, trugen die Unholde die Lunge und Leber eines Knaben, den sie an den Füssen aufgehängt und gespalten, hatten, in die Häuser der Juden, die diese thyesteische Speise nach ihrem Kitus in Salz legen sollten. La half keine Klugheit, kein Einfluss. TKolf Wiener, 1670 nach der Vertreibung aus Wien im Ghetto von Ungarisch-ßrod angesiedelt1), hatte in seiner neuen Heimat solchen Ruf sich erworben, dass man die Führung eines Landes seinem Verstände .zutraute; jetzt fiel sein Haupt unter den Streichen der Räuber seines Vermögens. Löb Koppels, der durch seine Verbindungen mit dem Adel zu den angesehensten Mitgliedern der Gemeinde gehört hatte, war bis zum Abend der wilden Meute entgangen, da er in aufgeschüttetem Getreide sich verborgen gehalten hatte; am Abend erreichte ihn der Todesfreich. Von ihm meldet die Schadentabelle: ״Lehel Kopfell erschlagen. Dass Hauss in die Aschen gelegt.11 Dagegen war der Rabbiner2) dem Tode entgangen. Neben der Aufstellung für Nathan Jurist sehen wir die Schätzung auch noch ausdrücklich eine Tabelle über die Schäden im Hause des Rabbiners folgendermassen entwerfen: Rabiener. An Paarem geldt. 200 An Silber . . . . . . . . 100 ״ An Kleidern . . 00^4 ״ An bettern v. wreissgew: . . . 11 ]150״. — An Kromerwahr.250 ״ Messing, Zien v. Köpfer . . , . n 75 Seinen Theil an den Leiden der Gemeinde hat er übrigens redlich tragen helfen. Vergebens hatte er, wie das Lied uns berichtet, Hunderte von Gulden den Plünderern zugetragen, um ihre Mordlust zu beschwichtigen. Unmenschliche Streiche waren die Antwort. Kaum dass er, auf allen Vieren hinwegkriechend, mit genauer Noth dem Tode entging. Auch der Vorsteher der Gemeinde war unter den Geretteten; doch hatte auch er seinen Schwiegersohn unter den Todten. ג) Kaufmann, die letzte Vertreibung der Juden aus Wien, S. 178. 2) Vielleicht noch R. Eljakim Götz b. Salomo s. Kaufmann, a. a. 0, p. 179, n. 3. Vielleicht war der Vorsteher, der sieh Salom, des Rabbiners Sohn (ברב), auf der Schätzung unterschreibt, sein Sohn.

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