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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1893-01-01 · Heft 6 · p. Seite 275

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
37 (1892-1893)
Issue
Heft 6
Article
Die Verheerung von Ungarisch Brod durch den Kuruzzenüberfall vom 14. Juli 1683
Date
1893-01-01
Page
Seite 275 (sequence 6)
Language
German
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Die Verheerung von Ungarisch Brod. 275 dern, Hess B. Nara, wie das Lied auf die Zerstörung Ungarisch- Brods, die wichtigste Quelle unserer Mittheilungen *), berichtet, sich die Hand darauf geben, dass die Gemeinde seinen Leichnam in die Erde ihres Friedhofes betten werde. Mit B. Nata war auch der andere Beisitzer des Babbinates erschlagen worden, B. Abraham b. Naftali, dessen Leichnam die Unholde noch an einem Spiess gebraten haben sollen. Ein Zeugniss von der Pietät der Nachwelt, haben die Grabsteine dieser Oberhäupter der Gemeinde von allen Opfern jenes Unglückstages auf dem Friedhofe von Ungarisch-Brod sich allein erhalten1 2). Sie waren aber die Einzigen nicht von den Pflegern des Gesetz es Studiums in der Gemeinde, die unter den Streichen der Unholde ihr Leben gelassen hatten. Unter den Erschlagenen war auch der fromme und gelehrte Josef Cohn mit seinem Sohne Meir Cohn, der als Vorsteher eines Lehrhauses um die Gemeinde verdiente Mose b. Mardochai Golde;s? und der Schullehrer Jacob, von dem die Schätzung berichtet: ,,Jacob Schulmeister Sambt dem Schwager vndt Innmann alle drey erschlagen“. Bas Gotteshaus war verwaist, die Vorbeter schwammen in ihrem Blute. Der ob seiner asketischen Frömmigkeit und seines die Gemeinde erhebenden Gesanges geschätzte B. Eisik ward mit seinem Schwiegersohn, der nach ihm Isak Chari, d. i. חתן ר׳ אייולן genannt wurde, und seinem Vorsänger Mose erschlagen. ״Schuel Singer Sambt Seinem adem vndt Sinem Singer, alle 3 Todtgeblieben. Deren Schaden in allem . . . ,,150 fr.“ sagt die Schätzungsurkunde. Jekuthielb. Jecheskel, der Talmudlehrer, Isak, der andere Vorbeter der Gemeinde, und der Tempeldiener Wolf waren auch unter den Opfern. Die Tempelvorsteher Mardochai נ״ש, d. i. Nikolsburg, vielleicht Marcus Bierschenek der Schätzung, und Abraham Beinitz, Abraham Hraniczky, d. 11. aus Weisskirchen in Mähren — vergebens hatte er den Bebellen hundert Beichsthaler zu seiner Auslösung geopfert, — von dem die Schadentabelle anmerkt: ,,Selbst Todtgeblieben Stieff-Kinder sein beym Leben“, dessen Schaden auf 775 Gulden beziffert wird, die Aerzte der Gemeinde Jesaja und Chajjim, beide Balbirer, d. i. Barbier nach der Sitte der Zeit genannt, waren ebenfalls unter den Todten. Für die Unglücklichen, die ein offenes Gewerbe hatten, war gar kein Entrinnen möglich. So finden wir •Mehrere, die dem Fleischerhandwerk oblagen, unter den Erschlagenen. 1) S. Oelsner a. a. 0. p. 20 und N. Brüll, Jahrbücher VIII, 169. 2) S. Beilage IV.

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