Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 37 (1892-1893)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Studien zum Jezira-Buche und seinen Erklärungen
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 266 (sequence 1)
- Language
- German
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266 Studien zum Jezira-Buche. sprochenen Erweiterung der Doxologie decken 1). Das schwierige Wort ־ ,ונחמתאwelches schwerlich irgend welche' Beziehung auf Leidtragende ausdrücken ־will, weil eben der ursprüngliche Kaddisch mit dem Tode nichts zu schaffen hatte, wird dabei als strictes Synonymen von בלכתא ושילתא תושבחתא — sämmtlich hebräische Worte in chaldäischer Form2) — zum Preise Gottes gebraucht; in solcher Bedeutung figuriert das Wort nur noch in היכלות לבתי (S. 101), wo Gott gewidmet wird: תהלה שילה עלום ועילוז ועילוץ נחת מנוחה ונחמה וכ׳..וזמרה. Da der Talmud der gedachten Doxologie einen überaus hohen Werth zuschreibt, mögen sich die לללי מלבבה veranlasst und berechtigt gefühlt haben, an derselben ihre Manier, beim Preise Gottes die Worte überschäumen zu lassen, in Anwendung zu bringen, um den Schluss voll und reich ausklingen zu lassen. (Schluss folgt.) Studien zum Jezira-Buche und seinen Erklärern, Von A. Epstein. I. Die beiden Versionen des Jezira-Buches. Die uns in der Mantuaner editio princeps vorliegenden beiden Versionen des Jezira-Buches lagen in ihren Hauptzügen schon im zehnten Jahrhundert den Erklärern dieses Buches vor. Die kürzere Kedaction (Mantua 1) benützte Eunasch (Jacob b. Nissim), zu der ausführlicheren (Mantua II) schrieben Saadja und Donnolo ihre Commentare. Aus diesen beiden Versionen als Typen fliessen sämmtliche Texte des Jezira-Buches, und es verlohnt sich wohl der Mühe, die Merkmale einer jeden Gruppe kennen zu lernen. Die längere Version hat 11,3: קשוחה בלאש הלשון בשלהבת אחה״ע משתמשות כפוף הלשון. .. Erklärungen zu den zehn Gottesnamen (Saadja III, 5, Donnolo S. 83); IV und V Anx) דדכלוח רההד cap. 7,2, S. 89; cap. 26, 6, s. 103. 2) Als diese Erweiterungsformel sich einmal befestigt hatte, hat der Volksmund, dem das Chalääisehe geläufig war, die letzten hebräischen Worte später chaldäisch zugestutzt.