Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 37 (1892-1893)
- Issue
- Heft 4
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 198 (sequence 2)
- Language
- German
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198 Besprechungen. des sonst unbekannten. Saloxnon b. Simeon, der seine Darstellung 1140 in Mainz nach mündlichen und schriftlichen Ueberlieferungen 1) nieder״ geschrieben hat, nebst einem. Anhänge, der über französische Ereignisse des Jahres 1171 berichtet. Das kurze fünfte Stück stammt aus der Feder des rühmliehst bekannten B. Eleasar b. Jehuda aus Worms, des Verfassers des Sepher Rokeach, und berichtet von Mainzer Vor־ gangen während der Vorbereitungen zum dritten Kreuzzuge. Es ist nach einer im Besitz des Baron Günzbnrg in St. Petersburg be״ frndlichen Handschrift (No. 614) mitgetheilt. Die übrigen drei Be> richte: der des B. Elies er b. Nathan (No. II im vorliegenden Bande), der von einem nicht genannten Schriftsteller herrührende und in einer Handschrift (cod. or. 25) der Darmstädter Hofbibliothek erhaltene (No. III) und derjenige des R. Ephraim b. Jacob aus Bonn (No. IV) sind allerdings seit Jahren bekannt2) Aber die völlige Unzulänglichkeit der bisher veröffentlichten Texte lag für jeden Sachkundigen so klar zu Tage, dass der Mangel einer mit kritischer Sorgfalt hergestellten Ausgabe auf das Schmerzlichste empfunden wurde. Diesem dringenden Bedürfniss hat die ״historische Commission“ abhelfen wollen und mit der Aufgabe, einen allen berechtigten Anforderungen entsprechenden Text herzustellen, wiederum Herrn M. Stern betraut. Ihm stand als. Mitherausgeber Herr A. Neubauer zur Seite, indem er ihm Abschriften und Variantensammlungen der in England und in Bussland befindlichen Hand- Schriften zur Verfügung stellte. Für die in Deutschland aufbewahrten Handschriften hat Herr Stern die Vergleichung sämmtlicher Texte 3) seihst besorgt und ist, wie er ausdrücklich erklärt1 2 3 4), für die im vorliegenden Bande gegebenen hebräischen Editionen allein verantwortlich. Um die Zuverlässigkeit seines kritischen Apparates zu prüfen, habe ich mir die Mühe nicht verdiiessen lassen, seine Angaben über die Textgestalt des mir am leichtesten zugänglichen cod. mscr. 171 der Bibi, des jüd.-theol. Seminars (von Herrn Stern mit B. bezeichnet) für Bericht IV (des Eplir. ben Jacob) mit der Handschrift selber zu vergleichen. Zu meiner eigenen Controle war ich in der Lage, dabei ein von dem seligen Prof. Bernays, dem ehemaligen Besitzer der Handschrift, eigenhändig angefertigtes Varianten-Verzeichniss5), das wie jedes seiner Erzeugnisse ein vollendeles Muster peinlicher Sorgfalt Ist, nachträglich benutzen zu können. Hier das Ergebniss meiner Untersuchung. In den Noten zu S. 58—66 wird cod. B. 128 Mal (davon 94 Mal richtig) citirt. Ausserdem sind folgende Ausstellungen zu machen: 1) S. 21. 123 der vorliegendem Ausgabe. 2) No. II hat Jellinek 1854 in Leipzig unter dem Titel קונטרס גזירות תתכ״ל No. III M. Mannheimer 1878 in Berlin unter dem Titel גזירות הישנות (als Sonder-Abdruck aus Berliners Ozai-tob, Jahrg. 1877, S. 87—95J und. in demselben Jahre 1878 noch einmal in der MS., S. 531—540, sowie ein Jahr vorher in deutscher Uebersetzang unter dem Titel: ״Die Judenverfolgungen in Speyer, ״Worms und Mainz im Jahre 1096, während des ersten Kreuzzuges in Darmsta-ät), und No. IV M. Wiener in seiner deutschen lieber- Setzung des Emek Habacha (Leipzig 1858, 8) als Anhang I (S. א bis ו) drucken lassen. 3) Mit Einer Ausnahme. Für Bericht II habe icti ihm die Lesarten des codi 171 der Bibi, des jüd.-theol. Seminars im Winter 1885 auf seinen Wunsch zusammengestellt. Vgl. S. 200, Anm. 1. 4) Einleitung zur vorl. Ausgabe, S. XII. 5) Es findet sich im Texte und am Rande des Exemplars von Wieners Emek habacha, das aus dem Nachlass des Prof. Beinays mit seinen übiigen Büeherschätzen, soweit sie sich auf die jüdische Litteratur beziehen, in den Besitz der Bibliothek des jüdisch-theologischen Seminars übergegangen ist. . Das Verzeichniss trägt die Ueberschrift: ללטתי חלופי נוסחאות מכ״י שלי. יאקב בערניים. פה בוכא ר״ח תמוז שכת תר״ל. Auf Deutsch: ״ich habe die abweichenden Lesarten aus meiner Handschrift gesammelt, Jacob Bernays. Bonn, Neumond des Tammus 5630 [= 30. Juni 1870].“