Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1893-01-01 · Heft 4 · p. Seite 191

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
37 (1892-1893)
Issue
Heft 4
Article
Die ersten Emancipationsbestrebungen der Juden in Breslau
Date
1893-01-01
Page
Seite 191 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2829132-2829640-2829645-2877408--24782-2877459
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Emancipations-Bestrebungeu in Breslau. 191 Schule für Kinder‘‘, ruft Zimmermann aus, ״sondern einige pohlnische einfältige Juden, die sich für Gelehrte ausgeben, weil sie einige Seiten im Talmud auswendig gelernt, bringen den Kindern das äussere der Religion bei, an Herzens-Besserang und Pflichtausübung wird nicht gedacht, Die reichen .luden halten sich ohnehin Hauslehrer, ja einige senden ihre Söhne in die christlichen Gymnasia. - Aber wo bleibt der arme grössere Theil und ihre Kinder? Diese Umstände erfordern wahrhaftig eine bessere Einrichtung ihres Unterrichts.“ Was die anderen Yerbesserungs-Vorschläge betrifft, so verlangte Zimmermann, man solle den Juden Tagelöhnerarbeit zu verrichten erlauben, ihnen ferner das Recht geben, alle Töchter verheiraten zu dürfen, die Heirat mit Polinnen aber mögliehst erschweren, weil diese immer ihre ganze Yerwandtschaft mit herein in die Stadt zögen. Die sich arbeitslos umhertreibenden polnischen Judenjungen, die, moralisch verkommen, eine furchtbare Last für die Gemeinde wären, sollten aus dem Land gejagt, die einzelnen geduldeten Familien aber gezwungen werden, sich deutsche Namen zu wählen und alle Handlungsbücher in deutscher Schrift zu führen. Auch für die Aufhebung der Judenkommission tritt Zimmer mann ein, und endlich befürwortet er lebhaft den von Simon Hirsch und Lipmann Meyer gemachten Yorschlag, die Anzahl der zur Ansässigkeit berechtigten Gemeindemitglieder auf 160 Familienstammnummern zu fixieren. Andere Yorschläge betreffen besonders die innere Ordnung der Gemeinde, die Gerichtsbarkeit der Rabbiner und Aeltesten, das Armenwesen״ die Thätigkeit der Gemeindevorsteher and die Gemeindeabgaben, besonders die. Fleisch Steuer.1) Das Gutachten schliesst mit den Worten: ״Es würde mich auf meinem Todtbette trössten, wenn ich nur die entfernteste Gelegenheit gegeben hätte, der 0 Selbst soweit erstreckt sich des christlichen Verfassers Türsorge, dass er littet, .,dem Rabbiner möge aufgegeben werden, keine Schwierigkeiten za machen, wenn die Gemeinde resolviren sollte, die Hintertbeile vom Vieh zu essen, und dass er nachgebe, dass blos die Adern abgelöst und das Tleiseh als Ko scher fleisch angesehen würde."

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.