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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1893-01-01 · Heft 4 · p. Seite 189

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
37 (1892-1893)
Issue
Heft 4
Article
Die ersten Emancipationsbestrebungen der Juden in Breslau
Date
1893-01-01
Page
Seite 189 (sequence 2)
Language
German
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Emancipations-Bestrebungen in Breslau. 189 einiger anderer französicher Schriftsteller christliche Rechte erlangen sollen, b) oder ob die Juden ferner als Juden hetrachtet, und blos ihre hiesige Verfassung nach der Berliner oder nach einer anderen besseren als die hiesige ist, eingerichtet werden soll.66 Wir sehen, gründlich genug ging der Assessor ans Werk. Er ist übrigens der Ansicht, dass eine gänzliche Reform der Juden noch nicht möglich und zeitgemäss sei. Wenn er hierbei nur an einen grossen Teil der Breslauer Juden dachte, so mochte er damit allenfalls im Rechte sein. Wenn er aber daraus einen Rückschluss auf alle Juden ziehen zu dürfen glaubte, so Hess sich der sonst so einsichtige Mann eine jener schlimmen Verallgemeinerungen zu Schulden kommen, von deren traurigen Folgen die jüdische Geschichte so viel zu berichten weiss, und die im vorliegenden Falle um so auffallender ist, als gerade um dieselbe Zeit (25. Juli 1789) von der bereits erwähnten Königlichen Commission in Berlin die gerade gegenteilige Ansicht über die Möglichkeit einer Verbesserung der Juden ausgesprochen worden ist.l) Was Zimmermann übrigens hierüber sagt, ist interessantgenug, um vollständig bekannt zu werden. Nachdem er selbst darauf hingewiesen hat, dass die Berliner Juden mit einer gänzlichen Reform umgingen, schreibt er: ״Mir scheint die gänzliche Verbesserung der Juden schlechterdings unmöglich zu seyn, Herr v. Dohm mag der sagen, was er will, denn der noch an seinen jüdischen Gebräuchen gewissens halber hängende grössere Theil der Juden, ist nicht als wie die übrigen Staatsbürger zu brauchen, sein Essen, seine Feyertage, seine zwanckvollen Gebete, sein Bart etc. streitet wieder die Pflichten und Freyheiten der christlichen oder naturalistischen Staatsbürger, und so lange nicht eine Verbesserung und Aufklärung des grösseren Haufens geschieht, und der Jude leichtsinniger gegen seine Religions-Gebräuche wird, so lange können, die sonst guten Ideen nicht ausgeführet werden; bloss scheint es möglich zu seyn, wenn sich die Juden öffentlich in Secten vertheilen, und 1) Geiger II, 164 f.

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