Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 37 (1892-1893)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Eine Lücke im religionsphilosophischen Werke des Gersonides
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 126 (sequence 2)
- Language
- German
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126 Eine Lücke im Werke des G-ersonides. Kichtige geführt. Statt dessen verfuhr man rein äusserlich, indem man das allerdings umfangreiche sechste Kapitel willkiirlich theilte und p. 9 c der ed. Eiva das siebente Kapitel beginnen liess. Hierdurch trat eine Verschiebung bis zum vorletzten Kapitel ein. Es zeigt sich nun bei einer Vergleichung des wirklichen Inhalts mit den voran gestellten Angaben des Verfassers, dass fol. 10a das siebente, nicht das achte, fol. 10b das achte, nicht das nennte, fol. 11 erst das neunte, fol. 11c das zehnte Kapitel u. s. w. beginne Und so findet man bei weiterer Durchsicht, dass das wirkliche dreizehnte Kapitel des ersten Abschnittes gänzlich fehlt. Dasselbe sollte nach fol. 4a die Aporien behandeln, welche bei der Annahme einer Emanation der Vernunftserkenntnisse aus dem wirksamen Geiste auf den hylischen Geist in Betracht kommen. Hiervon ist aber an der bezeiebneten Stelle nichts zu finden. — In der Leipziger Ausgabe ist sogar überall hinter der Kapitelzahl die im Anfänge des Abschnitts befindliche Inhaltsangabe des Verfassers wörtlich wiederholt. Da zeigt sich von S. 48 an die fortwährende Verschiebung der Zahl recht augenfällig, wie jeder sich leicht überzeugen kann. — Es wird sich nun verlohnen, in Parma und Oxford, wo Handschriften des "Werkes sich finden, nachzusehen, ob das Fehlende dort vorhanden ist und nachträglich zur Ergänzung veröffentlicht werden könnte. Sollte es überall fehlen, so wird man die allerdings nicht wahrscheinliche, aber immerhin doch mögliche Annahme, dass der Verfasser selbst das Kapitel zu schreiben vergessen habe, nicht unbedingt zurückweisen können. Ganz anders verhält es sich freilich mit dem in den Ausgaben fehlenden ersten Theile des fünften Abschnittes, worin Gersonides seine astronomische Theorie dargelegt hat. Denn da liegt die absichtliche Weglassung eines grossen Stückes vor,, welches dem ersten Herausgeber nur für fachkundige, nicht für gewöhnliche Leser einen Werth zu haben schien. Vgl. hierüber Munk Mölanges S. 500 und Steinschneider, Catal-Bodl. unter Levi b. Gerson. —