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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1892-01-01 · Heft 3 · p. Seite 125

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
37 (1892-1893)
Issue
Heft 3
Article
Eine Lücke im religionsphilosophischen Werke des Gersonides
Date
1892-01-01
Page
Seite 125 (sequence 1)
Language
German
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125 Eine Lücke im religionsphilosophischen Werke des Gersonides. Von Dr. David Rosin. Levi b. Gers011 (geb. 1288 in Bagnols in Südfrankreich) hat in seinem religionsphilosophischen Werke Milchamot den Inhalt der einzelnen Kapitel im Anfänge jedes Abschnittes kurz angegeben. Seine Schrift hätte hiernach vor dem Verluste eines ganzen dort näher bezeichneten Stückes geschützt sein müssen, da gewissenhafte Abschreiber oder Herausgeber die Lücke leicht bemerken konnten. Dennoch ist in den uns vor־־ liegenden zwei Ausgaben (Riva di Trento 1560 und Leipzig 1866) und nach gütiger Mittheilung des Herrn Dr. Perles, auch in cod. München, gegen Ende des ersten Buches ein Kapitel ausgefallen, ohne dass dies meines Wissens bis jetzt bemerkt worden wäre. Die Möglichkeit eines solchen Ausfalles erklärt sich aus der in Handschriften und manchen alten Ausgaben hebräischer Werke üblichen Bezeichnung der Abschnitte durch das Wort שעל oder נ£אמל, oder der Kapitel durch פללן ohne Beifügung der Ordnungszahl 11 שלישי, שני, לאשרן. s. w. Kur ausnahmweise wurden die bezeichneten Kapitel aufgezählt, wie z. B. Samuel Ibn Tibbon, der Uebersetzer des Moreh, die von Maimonides nur markirten Kapitel erst mit der Zahl versehen hat, um bei seinen Anfragen über einzelne Stellen deren zeitraubende Aufsuchung dem Maimonides zu ersparen. (Vorwort des Sam. Ibn Tibbon zu seiner hebräischen Moreh- Uebersetznng g. E.) So konnte es geschehen, dass ein flüchtiger Abschreiber ein Kapitel des Milchamot unbemerkt überging. Als nun in ed. Riva oder in einer Handschrift, welche direct oder in direct dieser Ausgabe zur Quelle diente, die Kapitelzahl hinzugefügt ward, da bemerkte man erst, dass der erste Abschnitt nicht, wie der Verfasser in dessen Anfänge selbst angegeben hatte, vierzehn, sondern nur dreizehn Abtheilungen enthielt. Eine vergleichende Prüfung des Inhalts mit jenen vorangehenden Angaben des Verfassers hätte schon auf das

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