Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 37 (1892-1893)
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 103 (sequence 4)
- Language
- German
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Besprechungen. 103 erste "beste Predigt in diesem Bande herausgreifen; überall wird er sich angezogen, angesprochen und gefesselt fühlen. Das Buch sollte in keinem jüdischen Hause, in keiner Bibliothek eines Rabbiners oder Predigers fehlen. Es ist das schönste Geschenk und Erbauungsbuch für die jährlich wiederkehrenden Eeste und hat dazu noch den Vorzug, in verschiedenen Jahren reiche Abwechselung zu bieten, da es nicht weniger als neun Predigten für Pessach, sieben für das Wochenfest, zehn für Neujahr, acht für den Versöhnungstag, sechs für Hütten¬ und Schlussfest enthält. Das Vorwort des Einen Herausgebers, des Dr. Bernhard Ziemlich in Nürnberg, ist eine schöne und werthvolle Charakteristik der Joe fischen Kanzelberedsamkeit und Persönlichkeit. Der Verlagshandlung gebührt Dank und Anerkennung für die würdige Ausstattung des Buches. Mögen die weiteren Bände dem ersten recht bald folgen! Dr. David Rosin. Quellen zur Geschichte der Juden in Deutschland. Herausgegeben durch die historische Commission für Geschichte der Juden in Deutschland. (Fortsetzung.) Waruui nun die ,,historische Commission“, wenn sie schon, wie der Augenschein lehrt, nicht in der Lage war, die hebräischen Texte vor Misshandlung zu schützen, selbst das vergleichsweise viel leichtere Rettungswerk nicht einmal an den ihrer Ueberzeugung nach entstellten Namen vollzogen hat, ist ein his zur Stunde ungelöstes Räthsel. Für die nicht biblischen Namen und Wörter, die zu transscribieren waren, sollte wie der Herausgeber berichtet, die ״moderne oder am häufigsten vorkommende Form“1), gewählt werden. Es soll nun zwar nicht geleugnet werden, dass z. B. Urschrage2), Darge3), Chajim4) u. s. w. für חיים ,דרגא ,אודשרגו U. dergl. in einigen Gebieten östlich von der Weichsel nicht nur die modernen, sondern auch die gewiss dort am häufigsten vorkommeuden Formen sein mögen. Hierzulande aber gilt es seit wenigstens zwei Menschenaltern bei den jüdischen Gelehrten für eine allgemein anerkannte Regel, dass man richtig Uischrago, Darga, Chajjim u. s. w. schreiben müsse. Nicht viel Erfreulicheres ist von der Art und Weise, wie der Herausgeber seine Texte kritisch behandelt und erläutert hat, zu melden. E1* hätte vor alLen Dingen nicht einen Augenblick vergessen dürfen, dass die Aussteiler der hebräischen Urkunden, wie er übrigens selbst hervorhebt (S. XX), allesamt rechtsgelehrte Leute und wohlbewandert im Gebrauch des rabbinischen Idioms waren. Es ־wäre ihm dann nicht so leicht eingefallen, ihnen ihr Concept verbessern zu wollen. So war es z. B. unnötig, für den tadellosen chaldäischen Ausdruck בריא (S.17) die allerdings häufigere gleichbedeutende 3ח S. XXIII. In die Kategorie dieser Wörter gehört auch das entsetzliche ,,Scbalmn habenujah’, das mit 11 nbegi eidlicher Consequenz, an sämtlichen zwölf Stellen, an denen *es uns 1m Text iS. 66. 90. 92. 94. 96. 9S. JOI. 103. 106. 106. 109. 113) beg-gnet, und ausserdem iu d־1״ Vorrede (S. XXVII) und im Register (S. 209. 215. 249) immpi so, und nicht anders tränsscribiert ist. Einem Herausgeber hebr. Texte hätte man allerdings Zutrauen dürfen, dass er wisse, dass die sehr bekannte Nebenform füc Jerusalem שלם d. 11. Schalem laute. Dabei vermag ihn der Umstand, dass R. Samuel b. Menachem einmal wirklich שלם in שלום verschrieben hat (S. 105) keineswegs zu entlasten. 21 S. 12. 14. IS. 26. 36. 89. 218. 3) s. SS bis 89. 120. 4) S. 12. 13. 18. 29. 30. 41. 43. 46. 48. 50. u. s. w.