Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1892-01-01 · Heft 2 · p. Seite 98

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
37 (1892-1893)
Issue
Heft 2
Article
Die ersten Emancipationsbestrebungen der Juden in Breslau
Date
1892-01-01
Page
Seite 98 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2829132-2829640-2829643-2877264--24657-2877314
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

98 Emancipations-Bestrebungen in Breslau. wirklich reichten sogleich nach der Abreise des Königs aas Breslau die Aeltesten der Gemeinde ein ״Promemoria1)‘4 an den Minister ein, ״nach welchem sie in einem zu entwerfenden Plan 'gründliche Vorschläge thun zu können vermeynen, wodmcli allen zeither ־wider Ihre Gemeinde erhobenen Klagen und Beschwerden vorgebeugt und abgeholfen werden könne.“ Der Graf sprach den Wunsch aus, baldmöglichst diesen Plan zu erhalten, und so machte man sich ans Werk. Der erste Vorsteher, Simon Hirsch2), entwarf mit Unterstützung Lipmann Meyers den Reformplan 3); sie verlangten darin4) vor allem die Beseitigung des eingerissenen Pamulizwnwesens durch ein ähnliches Spezialgesetz, wie es bereits in anderen preussischen Städten, z. B. in Berlin und Glogau5), eingeführt sei, das 1) die Handelsrechte der Juden regele, und 2) durch Aufhebung der verschiedenen Titel und durch Beschränkung der Gemeinde-Mitglieder auf eine ganz bestimmte Zahl — nämlich 160 Familien, deren jede eine erbliche Stammnummer erhalten sollte — jeden Fremdenzufluss hemme. Während die etwas verwickelten Vorschlage von der Kammer und vom Minister eingehend geprüft wurden, brach innerhalb der Gemeinde selbst eine kleine Revolution aus. Zur Begleichung der Steuerabgaben hatte zum erstemnale eine direkte Steuerverteilung stattfinden müssen, und die darüber erbitterten Mitglieder, bei denen Gemein sinn und Gehorsam gegen Vorsteher und Aelteste nicht eben die stärkste Seite bildeten, beschuldigten den ersten Vorsteher schlechter Amtsführung. Eine am iO. Mai 1788 zur Untersuchung eingesetzte Konimission von fünfzehn Mitgliedern, Lipmann Meyer an der Spitze, fand zwar, dass die von Hirsch 4) Gr.-A, in causa Canonis 1786. 2) Er war Generalprivilegierter und Vertreter des bekannten Berliner Hauses Ephraim und Söhne; sein liebr. Name war ר׳ שמחד, ברטסלא♦ Bei ihm konnte man auf Euchels krit. philos. hebr. Wörterbuch abonnieren (1786 מאסף); Josel Rocbnowe hielt sich bei ihm auf (1788 מאסף). 3) G.-A. Bericht Zimmermanns von Einrichtung der Stammnummern. ף G.-A. Miscellen 1789/90. 5) Vgl. über die Berliner Verfassung, Geiger L c., über die Glogauer : Rönne und Simon, Verhältnisse d. Juden im preuss. Staate, S. 238.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.