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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1892-01-01 · Heft 2 · p. Seite 57

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
37 (1892-1893)
Issue
Heft 2
Article
Das Sikarikon-Gesetz
Date
1892-01-01
Page
Seite 57 (sequence 1)
Language
German
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57 Das Sikarikon-Gesetz. Von Dr. F. Rosenthal. (Fortsetzung). 2. ”Was bedeutet Sikarikon? Das Wort stammt aus dem Lateinischen, von sicarius, welches Dolchmann, Meuchelmörder und Bandit bedeutet. Ein unter Sulla erlassenes Gesetz über die Mörder heisst lex Cornelia de sicariis1). Das Wort ist den Juden in Palästina von den Römern übermittelt und besonders bekannt geworden durch’ die bekannte zelotische Partei beim Aufstande gegen die Römer ror der Zerstörung Jerusalems, welche toxi den Römern und Römlingen als Sikarier bezeichnet wurden. An allen Stellen welche historische Vorgänge dieser Zeit reüectiren, erscheint auch das Wort noch in der richtigen Form: מייקר, mit den! aram. Artikel מיקלא und PL [מיקרי. So wird der bekannte Sikarier-Häuptling, der Sch west ersohn des R. Jochanan b. Sakkai Gittin 56a אבא מיקלא und in Midrasch Kohelet VII, 11.2) ראש מיקרין genannt. Ebenso heisst es in der Relation der Mischna Machschirm 1,6:מעשה באנשי ירושלים שטמנו דבילתן כמים מפני המיקלין• Im späteren Sprachgebrauch hat aber das Wort in dem Munde des mehr an griechische als an lateinische Formen gewöhnten Volkes eine etwas gräcisirte, aber nicht ganz correcte Umbildung so erfahren, dass aus סיקר das Wort סירךייקון und aus סיקרין das Wort סיקליקין entstanden ist3). In der auch in spätem Berichten consequenten und ausschliesslichen Beibehaltung des ursprünglichen Wortes für die alte Zeit vor der Zer- Störung Jerusalems im Gegensätze zu den! für spätere Zeiten gleich consequenten Gebrauch der zweiten und veränderten Form — glaube ich daher einen sichern Beweis zu sehen, dass man sich bei dem verschiedenen Gebrauch beider Formen stets des Unterschieds bewusst gewesen zwischen den früheren patriotischen, wenn auch nicht immer mit lauteren Mitteln gegen die 1) Pauly, Eeal. Encycl., s. v, sicarius. 2) Im Texte verschrieben סידלןין. s) Auf die constante Verschiedenheit der beiden ]Formen an verschiedenen Stellen macht a-uch Schürer, Gesch. d. jüd. Volkes, 2. Aufl., I. 481. Anmerk. 31 aufmerksam, die er als merkwürdig bezeichnet. Monatsschrift, 37. Jahrgang. 5

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