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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1887-01-01 · Heft 12 · p. Seite 557

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
36 (1887)
Issue
Heft 12
Article
Abraham Abulafia, der Pseudomessias
Date
1887-01-01
Page
Seite 557 (sequence 1)
Language
German
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ESäiSSEJE m N»ttz. 55? Aotiz. Abraham Abulafia, der Pseudomessias. Das letzte Biertel des dreizehnten Jahrhunderts war reich an mystischen Machwerken und pscudomessianischen Schwärmereien wo nicht Schwindeleien, und merkwürdiger Weise gerade in Spanien, obgleich da unter den Juden der philosophische Ratio» nalismus mehr als in andern Ländern ausgebildet war. Im Jahre 1295 traten zwei Pseudomessiasse oder Pseudophropheten auf, der eine in dem kleinen Städtchen Apollon und der andere in der Großstadt Avila, welcher ein dickleibiges mystisches Buch unter dem Titel פלאוח החכמה geschrieben hat, vor welchem Sa» lomo Jbn-Aderet gewarnt hat. In dieser Zeit trat Mose de Leon mit seinem Lügenwerk Sohar auf. Noch ein anderer Schwärmer oder Schwindler mit dem Namen M ose scheint damals mystische Propaganda getrieben zu haben. Aber Keiner von diesen hatte in dieser Zeit so viel Wirrwarr angerichtet, wie Abraham Abulafia, ebenfalls ein Spanier. Er trieb sein Wesen in Italien und Griechenland, wo die neu aufgetauchte kabbalistische Mystik nicht, wie in Spanien, auf Widerspruch stieß und daher viel mehr Anklang fand. Abraham Abulafia hat sehr viel kabbalistische Opuscala ver. faßt unter eigenem Namen und unter dem Namen Rastel und Zacharia, weil der Name אברהם denselben Zahlenwerth wieחיאל und וכריה hat. Landauer und Jellinek haben seine Biographie geschrieben und seine literarischen Leistungen beschrieben. Beide erwähnen den wichtigen Umstand in seinem Leben, daß er mit dem Papste hat anknüpfen wollen, und daß er längere Zeit von den Franciskanern im Kerker gehalten worden war und dann — wie er selbst sich rühmt — durch ein Wunder die Freiheit SS*

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