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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1887-01-01 · Heft 12 · p. Seite 539

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
36 (1887)
Issue
Heft 12
Article
Ein archivalisches Curiosum
Date
1887-01-01
Page
Seite 539 (sequence 2)
Language
German
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8in archivalisches Curiosunt. 839 Gelegenheit nachzuweisen, was sich aus den vorliegenden Acten im Archiv des Ministeriums des Innern ergiebt, daß nicht Oppenheimer, sondern die jüdische Gemeinde oder eigentlich die Juden in Wien, da sie damals keine Gemeinde bilden durften, dieses Spital begründet und erhalten haben. Oppenheimer hatte den alten jüdischen Friedhof gekauft, und wie wir in unseren ״jüdischen Friedhöfen in Wien" S- 5 berichteten, kamen sogar oft Klagen über die Preise, welche für Grabstätten gefordert wurden, vor. Eben so absurd ist es aber, wenn man den Satz aufstellt: quod non est in actis, non est in mundo, weil massenhaft Urkunden und Acten, theils durch Fcuersbrünste oder Kriegsgefahren, theils durch Nachlässigkeit oder geradezu durch Liederlichkeit zu Grunde oder verloren gegangen sind. Viele der vor« handenen Actenstücke aber, wenn man sie auf ihre Echtheit und Richtigkeit prüft, erweisen sich entweder als gefärbt oder falsch, weil sie von ganz unrichtigen Voraussetzungen ausgehen, oder auf entstellten unrichtigen oder falschen Berichten beruhen. Manchmal scheint Gedankenlosigkeit die Feder geführt zu haben u. f. w. Ein Beispiel letzterer Gattung geben wir hier. Wir bringen ein Verzeichniß: ״Inden in Oesterreich ob und unter der Enns", welches sich im Archive des Ministeriums des Innern befindet. Die Personen» dis hier genannt werden, lebten, so weit sie uns bekannt sind, im 16. im 17. und im 18. Jahrhundert, und waren manche derselben bereits gestorben, als die andern kaum oder nicht geboren waren. In Oberösterreich durften überdies Juden seit 1SS4, wo sie unter Rudolf II. vertrieben wurden, und in Niederösterreich, mit Aus» nähme in Wien, seit der Vertreibung im Jahre 1670 nicht mehr wohnen. Diese Schwierigkeit läßt sich jedoch beheben, wenn man annimmt, was wahrscheinlich ist, daß sie ״hofbefreite" Juden waren und diesen war es (vgl. unsere: Juden in der Leopold, «raetz. Monatsschrift XXXYI 12, 9$

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