Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 36 (1887)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Der Ritus mit den Weidenzweigen am Hüttenfeste, sein Alter und seine Bedeutung
- Date
- 1887-01-01
- Page
- Seite 510 (sequence 2)
- Language
- German
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- Rashi 1× ep/1002670
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510 Der Ritus mit den Weidenzweigen am HLttenfeste, uninteressantes Thema, wenn es historisch-kritisch untersucht wird, und illustrirt eine neue Seite des Tempelritual«. Die in den Talmudeu darüber mitgethsilten Notizen müssen aber auf ihren Werth geprüft werden. Denn sie enthalten, wie gesagt, auf den ersten Blick Widersprüche. Ueber den Ursprung dieses Ritus werden im babylonischen Talmud im Namen des Amoräers R. Jochanan drei verschiedene Äußerungen mitgstheilt. Einmal wird ihm der Ausspruch vindicirt, daß der Ritus uralt-traditionell sei (Sukka 44 d und a. St.): אמר ר' אסי אמר ר' יוחנן משים ר' נחוניא איש בקעת כת־ו חורתן י׳ נטיעות ערכה עיסזך המים הלכהלמשהמסיני. Dann wieder heißt' es : R. Jochanan hätte tradirt, den Weiden-Ritus hätten die Propheten angeordnet (das.): אמר ר' אכחו אמר ר" יוחנן ערכה ימוד נביאים (nebenher sei bemerkt, daß unter נביאים die drei nachexilischen Propheten zu verstehen sind»). Endlich wird von R. Jochanan angeführt: er habe sich geäußert, der Weiden-Ritns sei aus Babylonien eingeführt worden (das.) ומי אמר ר׳ יוחנן הכי יהאטר ר׳ יוחג ן דלכע אמרי דלהון ה,א). Diesen Passus hat Raschi mißverstanden, was schon die Tosafisten bemerkten und mit einem Ausspruch im Jeruschalmi in Verbindung gebracht, aber doch nicht sinngemäß genug erklärt haben. Vgl. n>. u.). Der babylonische Talmud hat diese Widersprüche ausgeglichen, von denen eine Ausgleichung richtig, aber nicht so markirt ist, daß die Ausleger sie ohne Weiteres hätten »erstehen können, die andere aber, in der auch sonst angewendeten Manier: שכחום וחוח ויסחם ist ein Nothbehelf. Nach dem jerusalemischen Talmud ist der Widerspruch nicht 1) Auch in dem Makkabäerbuch I werden unter Propheten schlechthin di« letzten verstanden. Die Scheidewand iin Vorhofe des Tempels wird das. 9, 54 das Werk der Propheten rä ioya r, m v 71 q o '1 ף m v genannt. Da hier lediglich vom Zerubabelschen Tempel die Rede sein kan», sv hat der Vers, damit die letzten Propheten gemeint, welche beim Bau desselben Zeitgenossen waren.