Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 36 (1887)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Bedeutung der jüdischen Münzen mit dem Feststrauß (Lulab) und dem Portale
- Date
- 1887-01-01
- Page
- Seite 149 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2829132-2829626-2829631-2876721--24082-2876735- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
149 und dem Portals. Quellen. Der Talmud, bis dahin für die christliche Gelehrtenweit ein verschlossenes Buch, wo nicht gar Gegenstand des Ab« scheues, erlangte die Ehre, von den Forschern zu Rathe gezogen zu werden, ob er nicht Aufschluß über dunkele Partien in der Numismatik zu geben vermöge. Auch für diese Seite gab de Saulcy die Anregung, und er war dabei von richtigem Takte geleitet« Denn in der That ohne Kenntniß der im Talmud absichtslos und darum unverfälscht gegebenen oder richtiger hingewor, senen Winke über Sitten und Vorkommnisse des realen Lebens in der Zeitepoche, aus welcher die Münzen stammen oder stammen sollen, sind diese nicht allseitig verständlich. Josephus' Zeugniste, so werthvoü sie auch sind, können Verdacht erregen, daß er, auf griechische und römische Leser Bedacht nehmend, das ursprüngliche Colorit, als zu grell für solche, geflissentlich oder unabsichtlich verwischt hat. Noch viel weniger Auskunft geben für diese dem Weltlichen angehörenden Materie die Evangelten mit ihrer Epik, ihren Monologen und Dialogen. Denn abgesehen davon, daß sie nicht zeitgenössisch sind, stand der Kreis, aus dem sie stammen, abseits vom öffentlichen Leben und verachtete es zu sehr, um es zu kennen. ״Gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist", diese Sentenz ist der ungetrübte Reflex der Anschauung vom Mammon oder von den Münzen in der ebionitischcn Gemeinde. Dagegen reflektirt die talmudische Literatur anschaulich die verschiedenen Seiten des öffentlichen Lebens innerhalb des Zeitrahmens, zu welchem diese Münzen gehören, welche daher die Numismatik zu berücksichtigen hat. Im Folgenden soll nachgewiesen werden, wie einige im Talmud zufällig vorkommenden Aeußerungen über Bräuche eine dunkle Partie in der jüdischen Numismatik zweifellos aufhellen. Denn so sehr auch der Theil derselben, welcher der MokkabMeppche apgehört, zuMist geklärt ist, so herrscht hoch über