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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1887-01-01 · Heft 2 · p. Seite 96

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
36 (1887)
Issue
Heft 2
Article
[Nachricht]
Date
1887-01-01
Page
Seite 96 (sequence 2)
Language
German
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Miscslle. 9 6 entwickelt haben, daß sie es mit dem brutalen, Recht verhöhnenden und Völker verachtenden römischen Volk aufn ahmen. C. Vogl bemerkt zum Thema, das Grand-Carteret angeschlagen hat: „Die Confession ist es wohl nicht, welche dem durchgängig sympatischen Urtheil der Juden zu Grunde liegt. Die Thatsache steht fest und erklärt sich von selbst. Frankreich ist mit der Emancipation der Israeliten vorangegangen und hat sie nicht nur politisch und auf legalem Boden, sondern auch in socialer Hinsicht durchgeführt. Die Gleichstellung mit den Christen steht nicht nur auf dem Papier, sie existirt wirklich. In allen Lebensstellungen bis zum Minister und General hinauf findet man Juden. ES fällt keinem Franzosen ein, dagegen p protestiren, daß ihm der Zeugeneid von einem jüdischen Richter abgenommen wird. Der Antisemitismus, diese in den Sandebenen der Mark von protestantischen Priestern gepflegte Giftpflanze, hat trotz einiger vereinzelter und schnell zu Boden gefallener Versuche in Frankreich nicht Wurzel schlagen können. Der Israelit findet sich in Frankreich nicht als Jude unter Christen, sondern als Mensch unter Menschen, als Bürger unter Bürgern. Die Stellung, die er in der Gesellschaft einnimmt, hängt durchaus von denselben Faktoren ab, welche den Rang und die Stellung der Christen bedingen. Man kümmert sich nicht darum, ob der Mann in die Kirche oder irr die Synagoge geht. Es wäre wunderbar, wenn sich der Jude unter solchen Verhältnissen nicht wohl fühlen sollte, sie berühren ihn angenehm, und diese angenehme Stimmung findet ihr Echo in seinen Urtheilen. Börne, Heine und Rahel Varnhageu geben den Ton an, der bei den meisten ihrer semitischen Nachfolger wiedertönt. Nicht umsonst ist „der Zug nach Westen" bei „den deutschen Juden so stark ausgeprägt."^ -—<88a»--

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