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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1886-01-01 · Heft 10 · p. Seite 426

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
35 (1886)
Issue
Heft 10
Article
Der historische Hintergrund und die Abfassungszeit des Buches Esther und der Ursprung des Purim-Festes
Date
1886-01-01
Page
Seite 426 (sequence 2)
Language
German
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426 Der historische Hintergrund und die Abfassungszeit des B ucheS hohes Jntereffe daran hätten, die wunderähnliche Errettung des judäischen Bolksstammes zu verzeichnen, sind über diese Begebenhei. ten eben so stumm wie die. griechischen. Das Buch Esra und Nehemia, v>elche die das judäische Volk betreffenden Thatsachen unter Lerxes (Ahaschwerosch) uud Artaxerxes (Artachschasta) auf. gezeichnet haben, kennen weder die Gefahr, welche über dem Haupte der Judärr geschwebt haben soll, noch die Abwendung derselben durch die Intervention von Esther und Mardochai. Da nun weder die griechischen, noch die jüdischen Geschichtsquellen über die in diesem Buche erzählten öffentlichen uüd sich dem Gedächtniffe einprägende Begebenheiten sprechen, vielmehr ein tiefes Schweigen beobachten, so ist deren Thatsächlichkeit mehr als Zweifel- Haft. Tie Vertheidiger der Geschichtlichkeit, in jüngster Zeit Baumgarten und Keil, unterzogen sich dieser undankbaren Aufgabe mehr im Jntereffe des Kanons, als des Buches selbst. Hätte zufällig statt des lateinischen Kanons der griechische gesiegt, welcher das Estherbuch nicht anerkannt hat, so hätte es in der Kirche eben so wenig unter die Zahl der biblischen Bücher Aufnahme gefunden, wie das dritte Makkabäerbuch, für dessen geschichtlichen Inhalt Niemand eintritt. Die Anhänger der Jnspirations Theorie hätten dann nicht fid! für die Wahrheit der Erzählung echaüsfirt Das geltend gemachte Argument, daß so viele Eigennamen in Esther aufgeführt werden, die de r sieben .1 n t i m i des Königs , der sieben dienstthue nden Eunuchen, der zehn Söhne Hamans, der w e i V e r sch w o r e n e n gegen das Leben des Königs, erregt eher noch den Verdacht gegen die Thatsächlichkeit, als daß es ihn beseitigt. Fingirte Schriften haben eben das Eigene, daß sie ffch durch Auszählung vieler Eigennamen den Schein der historischen Authentie geben wollen. Maw braucht nur auf daS pseudepigraphische A r i st e a s - Buch zu verweisen, das bekannt-!ich sämmtliche 73 Delegirte der zwölf Stämme Israels, je sechs von einem Stamm, namhaft macht, obwohl zur Zeit des Pto-

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