Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 35 (1886)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Die Herrschaft des Christenthums durch Constantins Bekehrung
- Date
- 1886-01-01
- Page
- Seite 420 (sequence 5)
- Language
- German
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420 Die Herrschaft des Christenthums durch Constantins Bekehrung. Anbeter der Isis und des Mithra. Man wird nun begreifen, da er von seinem Vaterhause vertraut mit dem Ehristenthum war, daß er auf der Suche nach einem neuen Gotte, auf den Gedanken gekommen ist, den der Christen anzuflehen". Constantins Bekehrung erklärt sich nun psychologisch vollständig. Er war schrecklich abergläubisch und fürchtete in dem bevorstehenden ungleichen Kriege gegen Maxentius eine Niederläge zu erleiden, wenn er sich nicht den Schutz irgend eines mächtigen Gottes versicherte. So nst er dahin gebracht worden, Hilfe vom Christengotte zu erflehen. Als er sich dazu entschlossen hatte, ließ er sich nicht etwa damit begnügen, ihn aus der Tiefe seiner Seele anzurufen, vielmehr glaubte er wie alle Heiden nur an die W i rks a m k ei t der äußerlichen Zeichen. Daher ließ er (nach Eusebius' Erzählung) vor seinen Soldaten eine Standarte tragen, welche das Monogramm Christus schmückte. War er etwa in diesem Augenblick für diese Religion gewonnen? Keineswegs. Er wartete ohne Zweifel das Resultat der Schlacht ab. Gewiß, wenn er nicht Sieger geblieben wäre, wäre das -ludsirrM nicht wieder an der Spitze seiner Armee angebracht worden, er wäre, zu den alten Zeichen zurückgekchrt. Der Sieg hat die Entscheidung gebracht. Als man ihm Maxentius'Kopf ge, ,bracht hatte, dessen Leiche in der Tiber gefunden worden war,!schwankte Constantin nicht mehr. Als die Schlacht zu Ende war,-beeilte er. sich die Ehre feines Sieges dem Gotte zu geben, dessen Hilfe er vor dem Kampfe angerufen hatte." Boissier schließt diese lichtvolle Abhandlung, wobei die Wunder« erzählungen von Constantins Bekehrung die psychologische Erklärung finden, mit den Worten : ״Er wurde nicht zu dem Christenglauben durch die Vortrefflichkeit seiner moralischen Lehrer gezogen, noch durch die Sympathie für die Märtyrer, welche eine ungerechte Verfolgung erduldet chatten-. Der einzige Grund, der ihn bewogen hatte ihn dem׳ alten Cültus vorzuziehen war,.-daß der Gott der Christen