Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 35 (1886)
- Issue
- Heft 8
- Article
- [Rezension] / R.
- Date
- 1886-01-01
- Page
- Seite 348 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- spine
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§48 Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschjand. schmeicheln; da Männer zur Kommission gehören, die, wie groß auch immer ihre Verdienste auf anderen Gebiete sein mögen, für die jüdische Geschichte »och gar nichts geleistet haben, so war die Ehre, die dem Prof. Graetz versagt wurde, nicht gar groß. Aber erwähnen mußten wir diesen Umstand, weil etwas stürmische Freunde in öffentlichen Blättern das Verlangen ausgesprochen haben, alle jüdischen Gemeinden, welche die Ausschließung des Prof. Graetz bei der Zusammensetzung der historischen Kommission mißbilligten, sollten ihren Austritt aus dem Gemeindebund erklären. Referent hat das Gefühl der treuesten Verehrung gegen Graetz, seinen einstigen Lehrer, aber er kann sich nicht dazu verstehen diese vermeintliche Kränkung so tragisch zu nehmen, obgleich er es sich sonst wohl zutraut nicht kalt und hart zu bleiben, wenn sein Lehrer wirklich verwundet wird. Der Gemeindebund kann unter veränderten Verhält, niffen noch manches Gute schaffen; er ist der Rahmen, der das deutsche Judenthum umspannt, er ist eben jetzt dabei etwas Nützliches anzuregen, und Graetz's Namen sollte dazu benutzt werden, um diesen Bund zu sprengen oder nur zu schwächen? Wir wiffen nicht, wie Graetz selbst darüber denkt, aber wir können nur den wohlmeinenden Freunden auf's Entschiedenste abrathen den Gemeindebund zu bekämpfen, weil er gegen Graetz rücksichtslos war. Ein Mann, der länger als vier Jahrzehnte sich der jüdischen Geschichte widmet, der bei der Energie und Schärfe seines Urtheils so manchen leidenschaftlichen Angriff hervorgerufen und ihn gelaffen ausgehalten hat, weiß, woher der böse Wind weht und , kümmert sich nicht viel darum. Die Aufklärung, die die historische Kommisston durch Veröffentlichung von Urkundenspendet, wird dem Forscher willkommen sein, auch wenn er nicht zur! Kommission gehört. Wie sagt doch der alte Göthe; ״Laßt mH nur׳ auf meinem Sattel gelten, bleibt in euren Hütten,