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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1886-01-01 · Heft 7 · p. Seite 325

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
35 (1886)
Issue
Heft 7
Article
[Rezension]
Date
1886-01-01
Page
Seite 325 (sequence 6)
Language
German
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Recension. 825 Lehre vom objectiven Geiste im psychologischen Sinne zuerst entwickelt hat. (Zeitschr. f. Völkerpsychologie Bd. III. S. 1 ff.). Steinthal äußert sich nun über den objectiven Geist p. 418 ff. also: Jede Thätigkeit des Geistes hat ein Objekt als Wirkung» Der Geist des Baumeisters ist objectiv schon im Bilde seines. Hauses, im Gebäude ist er anch verkörpert. Maschine, Sprache sind Verkörpernngen des objectiven Geistes. Alle Objecte der schöpferischen Individuen können immer wieder reproduziert werden, sie bleiben bestehen, während das Individuum vergeht. Der objective Geist ist nichts außer den Individuen, die Jndividuen sind nichts außer ihm. Er lehrt uns ansehen und beurtheilen, wie wir fühlen und unsere Theilnahme schenken oder versagen. Er ist der Träger des Sittlichen. Man kann sich daher auch an die Aufgabe machen» darznstellen, wie mit dem objectiven Geiste die Sittlichkeit historisch geworden ist (p. 430). In dem ethischen Geschmacksurtheil und im objectiven Geiste ist die Sittlichkeit thatsächlich gegeben. Die Ethik kann sich mit diesem Resultate zufrieden geben und es entspricht der Methode Herbart's, die einzelnen Disciplinen der Philosophie nicht zu vermischen. Diese Methode befolgt Steinthal» wenn er es ablehnt, die Ethik metaphysisch zu begründen, (p. 383). Näher lehnt er es ab, ״daß wir die Welt oder die Menge der Einzelgeister zusammenfaffen zu einem einheitlichen Ganzen, einem realen Gesammtgeist, der in den Einzelnen seine organische Gliederung findet, zu einem absoluten Geist". Steinthal hat eben es selbst miterlebt, wie ein großes System des absoluten Geistes, dem er selber nicht fremd geblieben war, zusammenbrach. Seitdem hat die philosophische Speculation immer mehr zurückweichen müffen vor der naturwiflenschaftlichen Weltanschauung. So setzt sich auch die Weltanschauung, welche Steinthal im letzten Theile seines Werkes kund giebt, zusammen aus der naturwissenschaftlichen Betrach-

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