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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1886-01-01 · Heft 5 · p. Seite 211

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
35 (1886)
Issue
Heft 5
Article
Xenophanes, der angebliche Vertreter des Monotheismus unter den griechischen Philosophen
Date
1886-01-01
Page
Seite 211 (sequence 7)
Language
German
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unter den griechischen Philosophen. 21t daß L. keineswegs einen strengen Monotheismus gelehrt habe, so verschwinden nun auch alle sonstigen Schwierigkeiten und Widersprüche, in welche die bisher gütige Meinung uns verwickelt hat. Wir bedürfen nicht mehr gewagter und gewaltsamer Interpretationen, um, gestützt lediglich auf die Angaben eines unwahrhaften Geschichtsschreibers, in die Fragmente der Lenophanäischen Schriften eine Lehre hineinzudeuten, der ihr einfacher Sinn und die Berichte aller glaubwürdigen alten Berichterstatter durchaus widersprechen. Wir werden nicht gezwungen, L. aus der Continuität geschichtlicher Entwickelung heraustre» ten zu lasten, indem wir ihm eine Lehre zuschreiben, zu welcher bei seinen Vorgängern kaum ein dürftiger Keim sich findet, und zu der die höchsten Vertreter der griechischen Philosophie Sokrates, Platon und Aristoteles, sich zu erheben nicht vermocht haben". X.hat ״den frömmsten, edelsten Dichtern Griechenlands gleich, für die Läuterung des Götterglaubens, für die Erhebung der Gemüther zu dem Begriffe einer über alle Vergänglichkeit erhabenen, ewigen, sittlichen Gottheit geeifert, die Vielheit der Götterwesen auf eine dem Universum einwohnsnde Urkraft zurückgeführt, die Existenz einer Mehrheit von Göttern aber nie geleugnet". So hat denn die Schrift des Herrn Prof. Fr. nicht nur, wie am Schluffe (S. 32) derselben gesagt wird, ״die Möglichkeit geboten, die Grundlehre des ehrwürdigen kolophonischen Denkers von einem alteingewurzelten Mißverständniffe zu befreien", sondern hat uns einen werthvollen Beitrag zu Geschichte der Philosophie und speciell der speculativen Theologie der Griechen geliefert. 14*

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