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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1886-01-01 · Heft 4 · p. Seite 179

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
35 (1886)
Issue
Heft 4
Article
Studien zur Aggadah
Date
1886-01-01
Page
Seite 179 (sequence 15)
Language
German
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IRI
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Studien zur Aggadah. 179 ausnahmsweise ein vernunflloser Gegenstand — als handelnd, leidend oder rebeub eingeführt wird; dieses Individuum oder Ding nennen wir das Subjekt der Parabel. Die Begebenheit selbst, welche, abgesehen von einer Thierfabel, sich stets im Bereich des Möglichen, Wahrscheinlichen und Bekannten ') bewegt, ist entweder ein einfacher Vorgang oder eine zusammenhängende *) Piska 25 S. 164 b wird sogar eine Erzählung des Volkshumors zu einer Parabel benutzt. ״R. Tanchuma sagte: ״Wie ein gewisser Tauge- ״nichts, der bei einem Schenkwirth einkehrte. Er sagte zu ihm: gieb mir ״vom besten Wein, vom feinsten Brot und vom fette sten Fleisch. Als er ״gegessen und getrunlen hatte, sagte jener: bezahle, was du gehabt hast; ״dieser erwiderte: hier hast du meinen Bauch, schneide ihn auf. Jener ״sagte: und damit meinst du mit mir fertig zu sein! Der Schenkwirth ״war nämlich schlau, — was Lhat er? Er packte ihn, band ihn fest in einer ״Decke zusammen und warf ihn vor die Thür seines Hauses. Und zu ״jedem, der vorüberging, sagte er: steure bei für diesen Tobten, denn ich ״will ihm ein Begräbniß Herrichten lassen. Ein Spießgeselle ging vorüber, ״er sagte zum Wirth : wie lange soll das mit dem hier noch dauern? Der ״Wirth antwortete: bis alles auf Heller und Pfennig Zusammen ist. ״Als endlich alles richtig zusammen war, sagte er: [nun kannst du dich ״wirklich begraben lassen, so übel bist du dabei weggekommenl, (ebenso) ״wisse also, daß Gott Dich über dieses Alles zur Rechenschaft ziehen wird". Dieses Stück verliert seine Dunkelheit, wenn man erwägt, daß damit veranschaulicht werden soll, wie Gott eine vollständige, unna chsichtige Rechnung vom Menschen über seine sinnlichen Genüsse und etwaige Ausschreitungen verlangen wird, und wie der Mensch sich nicht schmeicheln darf, auf leichte Art sich etwa davonzuhelfen. בר פחין, nach Buber das. Not. 169 ״ein gemeiner Mann", ist wol identisch mit dem oberen בן בליעל und bedeutet hier soviel als ״Spießgeselle"; demselben wird offenbar bei der schlimmen Behandlung jenes Freischluckers unheimlich zu Muth, da er vielleicht auch gerne ein Gleiches versucht hätte, er legt daher schüchtern ein gutes Wort für ihn ein, wird aber schroff abgewiesen. Der Schluß giebt in unserem Text kein Verständniß, ich habe daher die Lesart des Cod. Parma das, Not. 161 vorgezogen, welche die Erzählung sehr wirkungsvoll abschließt.* א״ל הכדין ההוא גברא לקבריה דהווז סופו ביש, In der Parallelstelle Kohelet rabbah zn 11,9 heißt es ähnlich, aber mit abgeschwächter Wirkung: א״ל איזיל לפוזחא, was wol soviel besagen will, als unser ״Geh zum Henker", und die Erbarmungslosigkeit in der Vergeltung ausdrücken soll. — Dem Volkshumor gehört wohl auch die Erzählung Piska 10 S. 81 b an, vom Diener, der seinem König einen faulen Fisch vom Markt heimbringt. — 12•

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