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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1886-01-01 · Heft 2 · p. Seite 95

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
35 (1886)
Issue
Heft 2
Article
[Ohne Titel]
Date
1886-01-01
Page
Seite 95 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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95 Notiz. der genannten Schrift: ״Zur Geschichte der Juden in Böhmen" S. 17 der Oeffentlichkeit übergab (eigenthümlich genug würde dieses wichtige historische Moment in וכדון ליום אחרון, aus welchem Hock in Gal-Ed. schöpfte, weggelassen) daß die Rückkehr der Inden nach Prag im Jahr 1562 durch ״die Gnade Gottes" בחסר אל erfolgte, Mordechai Zemachs wird bei dieser Gelegenheit nicht gedacht. Wer übrigens den Charakter Ferdinands I kennt, weiß, daß dieser Monarch eben so wenig eine Jnterventioir in interne Angelegenheiten von Seite einer auswärtigen Macht den Papst miteingeschlossen duldete, wie heute Fürst Bismark eine solche in Angelegenheit der Ausweisung der Polen aus Preußen zuläßt. Wir wollen es auch nicht verhehlen, daß wir den Eid, den Ferdinand I abgelegt haben soll, gerade, so wie jenen Eid den Maria Theresia in Betreff der Ausweisung der Juden ans Böhmen geleistet haben soll, für Märchen halten. Selbstverständlich bin ich nicht in der Lage zu sagen» wer das lateinische Dankschreiben stilisirt hat, und weiß ich nicht ob Mordechai Zemach der italienischen und lateinischen Sprache in Wort und Schrift mächtig war I — aber fragen wir zurück : wer hat die Bittschriften rc. der Juden aus jener Zeit bis in die ersten Jahrzehnte des jetzigen Jahrhunderts an Monarchen und Behörden in deutscher Sprache, deren die Juden entschieden nicht mächtig waren, verfaßt? - Es fanden sich eben Christen, die für Geld und gute Worte den Juden diesen Liebesdienst erwiesen- In den hiesigen Archiven finden sich zahlreiche Urkunden rc.. Originale und Copien, auf deren Rückseite der Inhalt derselben in hebräischer Sprache angegeben ist. Die Juden waren nämlich mit der deutschen wie lateinischen Sprache, in welcher die Schriftstücke abgefaßt waren, nicht sehr vertraut, und sie schrieben den Inhalt auf die Rückseite derselben. Im hiesigen geheimen Haus-, Hof- und Staatsarchive befindet sich z. B. die Originalurkunde Rudolf von Habsburg, Gemünd, 16. October 1374,

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