Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 35 (1886)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Gedenkrede auf Moses Mendelssohn bei der Feier seines 100jährigen Todestages am 4. Januar 1886 in der Neuen Synagoge zu Berlin gehalten
- Date
- 1886-01-01
- Page
- Seite 51 (sequence 3)
- Language
- German
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Gedenkrede auf Moses Mendelssohn. LI das anmuthigste, lichtvollste Sprachgewand zu leihen verstand, i ein Mann, dem man willig und voll Anerkennung ein Richterj amt zusprach über die meisten Erzeugnisse menschlichen Erkenj nens und Könnens. s Ueber die Stellung und Bedeutung unseres Weltweisen j innerhalb der Geschichte deutscher Denker hat der berufenste! Richter, der große Meister, der greise Lehrer der Weltweisheit, 1 mit dem, als einer Zier des vaterländischen Gelehrtenstandes,! unsere höchste Lehrstätte sich selbst geschmückt, ein so aus ganzer Seele anerkennendes Urtheil gesprochen, daß das Herz eines Jeden, dem Mendelssohn auch sonst lieb geworden, darob mit gerechtem Stolze erfüllt wird. So vielseitig nun Mendelssohns Persönlichkeit und schüft-! stellecische Thätigkeit waren, so vielen Kreisen auch bieten sie j sich zur Betrachtung dar; allein bei aller Vielseitigkeit herrschte! dennoch ein einheitlicher Geist in seinem Wesen und Wirken.! Darum muß ein Jeder, wie enge Grenzen auch Raum nnd Zeit, j Ort und Anlaß seiner Betrachtung setzen mögen, den ganzen; Mendelssohn betrachten, vornehmlich die aus einem edlen Gusse hervorgetriebene Persönlichkeit in ihrem vollen Lichtglanze darstellen; gilt ja von ihm, wenn von Einem das Prophetenwort: ״ והיו עיניך ראות אח מוריךUnd deine Augen sollen deine Lehrer auch sehen können", wie voll Uebereinstimmung ihr Sein I und ihr Schein. (Jes. 30,20).! Und ob auch die Gedenkfeier im Heiligthume nur dessen zu gedenken uns verbindet, was unser Gefeierter für das Heilige j gewirkt, und ob auch die Glaubensgemeinde, die sein Erbe an״ } getreten, in einer Stunde, wie dieser, über seine Bedeutung fürs 1 Judenthum am liebsten möchte belehrt sein: Moses Men« j delss ohn ganz, wie er war; mit seiner lauteren j Persönlichkeit קדש שם שמים brachte er den Namen j Gottes zur Heiligung; und gerade darin ruht auch I '4״