Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 34 (1885)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Die Midraschim zum Pentateuch und der dreijährige palästinensische Cyclus
- Date
- 1885-01-01
- Page
- Seite 360 (sequence 10)
- Language
- German
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360 Die Midraschim zum Pentateuch und der dreijährige Bereschit rabba — zusammengesetzt sind. So lange man nur an die Sabbatvorlesungen des einjährigen Cyclus gedacht hat, aus deren Auslegungen die Midraschim hervorgegangen wären, so lange mußte ihre ganze Oekonomie völlig räthselhaft bleiben. Hat man aber erkannt, daß der dreijährige Cyclus ihnen zu Grunde liegt, so ist ihr ursprünglicher Charakter vollkommen aufgeklärt. Die Paraschas, Kapitel re. in den pentateuchischen Midraschim behandeln nicht zufällig diesen oder jenen Schriftabschnitt, bringen auch nicht die Wochen-Perikopen in mehrere Unterabtheilungen, damit ״für Auswahl gesorgt ist", sondern sie enthalten die Auslegung für den פדר, der die Sabbatlection gebildet hat! ׳—Wir haben aber auch auf die für die Festtage rc. bestimmten Pentateuchabschnitte zu achten, welche den C y c l u s der Pesikta ausmachen, und über welche ja gleichfalls von alters her, wenn nicht schon nach der früheren Sitte Vorträge! gehalten wurden *). Aus diesen Pesikta-Homilien konnten die Urheber unserer Midraschim ihre Sammlungen leicht vervollständigen, und so ftndet sich in den Rabbot wie in den Tanchuma's, in pentateuchischer Ordnung die Sedarim-Vorträge ergänzend,! eine Anzahl von Homilien über die — dem Pentateuch ange»! hörenden — Fest- und Sabbatabschnitte des Pesikta-Cyclus *) :j zum Th eil sind es dieselben Homilien, die auch in den beiden Pesikta-Midraschim, P. derabbi Kahana und P. rabbati. Aufnähme gefunden haben *). Aus denselben Quellen haben ja alle Midraschim geschöpft! Wie alt war die Institution über die Fest- und Sabbatlectionen zu predigen, und wie zahlreich mußten mit der Zeit die Deraschot werden, die sich über die sabbatlichen Sedarim ׳and die .Schriftabschnitte für die Festtage *) Vgl. Zunz, G. V. S. 343 f-, S. 343 und Grätz, Geschichte IV 2 Note 36 Ende. 3) Diese Homilien haben zumeist einen viel größeren Umfang als die übrigen. ») In welchem Verhältnisse die einzelnen Pentateuch- und Pestkta»