Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 34 (1885)
- Issue
- Heft 7
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1885-01-01
- Page
- Seite 334 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2829132-2829598-2829606-2875597--23003-2875651- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Recension. 834 den ״Sykophanken, die ihn des Judaisirens verdächtigt hatten. (6. 37 Anm.) Das war zu Hieronymus' Zeiten und ist auch in unserer Zeit nicht anders. Und Widmanstadts Geschick (S. 162 Anm.) hat mancher andere Brave noch getheilt. Wo die Mitthnlungen den höchsten Grad der Actualität für sich in Anspruch nehmen, wie M asi us' Briese S. 22S ff., da bescheidet sich der Verfasser mit den wenigen decenten Worten: ״Die Briese Masius' beanspruchen leider in unseren Tagen, in denen wieder wie zu seinen Zeiten der Talmud von ״Blinden, die ein Urtheil über Farben abgeben wollen"s der Kritik unterstellt wird, nicht bloß ein historisches, sondern das lebendigste aktuelle Interesse." Referent folgt dem Herrn Verfasser um so bereitwilliger in dieser Decenz bei der Vergleichung gegenwärtiger Verhältnisse mit vergangenen, als sie ebenso mit seinem Naturell, wie mit den Ueberlieferungen dieser Monatsschrift in Uebereinftimmung steht. Nur über Einen Punkt glaubt Res. hier sich aussprechen zu müssen, der bei der Lectüre vorliegenden Buches gerade in Rücksicht auf hier nicht weiter zu bezeichnende literarische Vorkommnisse wiederholt sich ihm aufgedrängt hat. Selbst noch so sehr von sich erfüllte akademische Pfleger der hebräischen und aramäischen Studien in unserer Zeit werden einem S e b a st i a n Münster die Anerkennung nicht versagen können, er habe auf diesem Gebiete mit den wissenschaftlichen Mitteln des 16. Jahr- Hunderts zum Mindesten eben so viel geleistet, wie sie mit denen des 19. Jahrhunderts in unseren Tagen. Diese Anerkennung werden sogar die einzelnen offenbaren Mißverständnisse und Schnitzer Münsters, die Perles gelegentlich mittheilt, nur wenig beeinträchtigen können. Wie wohlthuend nun hebt sich nicht die Dankbarkeit, mit welcher ein M ü n st e r des jüdischen Meisters Elia Levita gedenkt, von der Anmaßung ab, mit der heutzutag e die Forschungen jüdischer Meister von gewissen.