Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 34 (1885)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Elieser b. Joel halevi
- Date
- 1885-01-01
- Page
- Seite 304 (sequence 2)
- Language
- German
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304 Elieser b. Joel halevi. Generationen hindurch mit einer merkwürdigen Stetigkeit und mitunter sogar in bestimmter scharf ausgeprägter Richtung fortpflanzte. Einer solchen Gelehrtenfamilie, in der ein streng wissenschaftlicher Zug vorherrschte, gehörte Maimonides an, während die A b u l a f i a s alle eine Neigung zur religiösen Schwärmerei hatten. In der Familie der I b n E s r a war die hebräische Dichtkunst heimisch und die Kalonymideu aus Lucca haben lange Zeit hindurch die synagogale Poesie gepflegt. Die K i m ch i d e u waren alle Grammatiker, die Tibboniden Uebersetzer und die aus Frankreich nach Italien eingewanderten Trabot ein besonderes Interesse für masso. retische Arbeiten. Was das Alter solcher Gelehrtenfamilien betrifft, möchten wir nur Hinweisen auf die I b n Iachias, welche zwar nicht besonders hervorragten, aber vier Jahrhunderte lang iu allen Zweigen der jüdischen Literatur thätig waren und auf das glänzende italienische Geschlecht der T r e v e s, das noch länger geblüht hat. Talmudistenfamilien, die sich eines großen Stammbaumes rühmen durften, gab es nicht selten. Die verdienstvollste war die Raschis, deren nächsten Verwandten in Nordfrankreich die Begrüder und Hauptvertreterder Tossaftstenschule waren. In Deutschland waren besonders drei Gelehrtenfamilien berühmt, die des R. Eleasar aus Worms, der seine kabbalistischen Traditionen auf seine Urahnen zurückführte, die I e h u d a des Frommen, in der gleichfalls die Neigung zur Mystik vorherrschte und die des R. E l i e s e r b. N a t a n aus Mainz, die weit verzweigt war, etwa drei Jahrhunderte blühte und zu ihren Gliedern die bedeutendsten Gesetzeslehrer zählte. Wir wollen bei dieser letzter« Familie länger verweilen und aus ihr besonders einen Mann hervorheben, der an der Wende des zwölften und dreizehnten Jahrhunderts, als die talmudischen Studien in Deutschland ihre eigentliche Blüthe