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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1885-01-01 · Heft 7 · p. Seite 303

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
34 (1885)
Issue
Heft 7
Article
Elieser b. Joel halevi
Date
1885-01-01
Page
Seite 303 (sequence 1)
Language
German
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303 Elieser b. Joel halevi. Ltteser ö. Zoel halevi Ein literarhistorischer Versuch .,Die Lehre, die uns Moses gegeben hat, ist ein Erbtheil der Gemeinde Jacobs". Dieser biblische Spruch wurde in alter Zeit nicht blos in figürlichem, sondern in buchstäblichem Sinne genommen. Wie der ganze jüdische Stamm sich an die göttliche Lehre klammerte und mit aller Aufopferung für sie eintrat, um sie als unveräußerliches Gut der Nachwelt zu überliefern, so betrachtete der Einzelne es als heilige Pflicht, die Kenntnisse derselben, die er sich erworben hat, auf seine Kinder und Enkel zu übertragen, damit ״die Worte der Lehre nicht weichen aus seinem Munde und dem seiner Nachkommen". Das Wissen galt als erhaltende Macht, das Studium nicht bloß des Gesetzes sondern alles dessen, was auf die Religion Bezug hatte, war Selbstzweck, wurde als verdienstliches Werk angesehen und die Belehrung entsprang so zu sagen aus dem Triebe der Selbsterhaltung. Sie war das Lebenselement des ganzen Stammes. Das Wissen pflanzte sich von Geschlecht zu Geschlecht fort wie Titel und Besitz in den adeligen Familien. Ja die Juden des Mittelalters hatten in allem Elende, in aller äußern Erniedrigung auch ihren Adel, dessen Schätzung sich aber lediglich nach dem geistigen Besitze und nach der Reihe der gelehrten Ahnen richtete. Sie hatten auch ihre Stammbäume, aber was sie ihren Vorfahren nachrühmten, waren nicht Thaten der starken Faust, sondern Werke des Geistes. Es gab Familien, in denen die Gelehrsamkeit, man möchte sagen, erblich war und sich viele

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