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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1885-01-01 · Heft 7 · p. Seite 292

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
34 (1885)
Issue
Heft 7
Article
Historische und topographische Studien
Date
1885-01-01
Page
Seite 292 (sequence 4)
Language
German
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292 Historische und topographische Streifzüge. ihm abhängig sein. Es war in der Thal ein erstaunliches Verhältniß. Es gab damals noch keinen fixirten jüdischen Festkalender, und die Schaltjahre folgten nicht nach regelmäßigen Cyclen aus einander, sondern sie hingen von dem Stande der Frühernte und von andern Umständen ab. Sie wurden durch Beschluß des Patriarchen und des Synhedrial-Collegiums bestimmt. Wurde em Jahr als Schaltjahr verordnet, dann fiel das jüdische Pascha vier Wochen später, und damit auf die christlichen Ostern. Die Quartodecimanischen christlichen Gemeinden waren demnach darauf angewiesen, Erkundigungen einzuziehen, in welchem Monat der Patriarch in Tiberias das Paschafest zu begehen angeordnet habe. Die fernab von Palästina wohnenden christlichen Gemeinden erfuhreu die Zeit der Feier von den Sendboten, welche sie den jüdischen Gemeinden zu verkünden pflegten. Dadurch entstand schon eine Differenz zwischen den Quartodecimanern und den — nennen wir sie — romanischen Paschalen. Diese feierten regelmäßig, wie angegeben, die Ostern am Sonntag nach Vollmond des Frühlingsäquinoctiums, jene dagegen an demjenigen Wochentage, an welchem die Juden das Pascha begingen. Noch größer war die Differenz, wenn einmal das Patriarchat kein Schaltjahr auzusetzen für nöthig fand, das Pascha also im März geseieri wurde, und demnach die Quartodecimaner auch mit den Inder die Ostern in demselben Monat begingen, dagegen die von dem römischen Bischof abhängigen Gemeinden mit Festhalten an dem Aequinoctium sie erst im April feierten, da entstand eine Differenz von 3 bis 4 Wochen. Es war ein augenfälliges Schisma, und da beide Parteien von ihrer Regel nicht abgehe» mochten, so drohte dieses Schisma, verbunden mit andern dogmatischen Streitigkeiten einen völligen Bruch herbeizusühren. So standen die Sachen bis zum Concst von Nicäa. Auf demselben, auf welchem besonders die Arianische Spaltung beigelegt werde«

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