Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 34 (1885)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Studien zur Aggadah
- Date
- 1885-01-01
- Page
- Seite 264 (sequence 8)
- Language
- German
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Studien jut Aggadah. 264 haltig eingewirkt, die Bezeichnung als Pethichah geschaffen. Die Pethichah als haggadische Form ist eine perikopische Homilie, d. h. eine solche, welche einen Textvers mit der Tendenz bshandelt, einen andern Bibelvers als Pointe zum Schluß hervortreten zu lassen. 2. Die!־נירו©, die exemplifizirende oder paradeiktische Homilie. Während die Pethichah zum größten Theil im Original, uns vorliegt, wie sie aus der Hand des Verfassers heroorgegangeu! sein mag, so daß wir an der Fassung, in der sie sich, wie auch immmer, uns giebt, und an dem Platz, der ihr zugewieseu ist, j für die Erkenntniß dieser haggadischen Form eine genügend sichere Basis besitzen, sind wir bei der Beurtheiluug der Pethirah in j keiner so günstigen Lage. Die Bekanntschaft mit ihr wird uns allenthalben erst von zweiter Hand vermittelt, ohne daß wir s uns einer ausreichenden Garantie über ihre Ursprünglichkeit oder j ihre Vollständigkeit versichern könnten. Denn in jedem Midrasch- | werk, wo sie sich unserer Betrachtung darbietet, erscheint sie, gleich- | viel, ob kurz angedeutet oder eingehendausgeführt, dem Zweck des jf jeweiligen Sammlers untergeordnet, der ihr nur in dem Umfange 1} gerecht wird, als sich's mit seinen Intentionen verträgt. In unserer ß Pesikta ist dies um so deutlicher wahrzunehmen, da hier die Pe- 1 thiroth säst ausschließlich zur Bildung von Pethichoth herans gezogen, und nur selten für den hermeneutischen Theil der Piska j verwendet werden; diejenigen wenigstens, welche durch die zu- 8 gehörige Formel ausdrücklich als Pethiroth bezeichnet werdeli,