Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 34 (1885)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Studien zur Aggadah
- Date
- 1885-01-01
- Page
- Seite 258 (sequence 2)
- Language
- German
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Z53 Studien zur Äggadah. und ebenso unbeschränkt verfährt sie in der Auswahl desselben. Wie aber die Freiheit in der Behandlung des Textes ihre Schranke an der Tendenz findet, den Stichvers als Pointe hervorznkehren, so scheint auch schon bei der Wahl des Textes eine gewisse Rücksicht auf den Stichvers und infolge dessen eine gewisse Gesetzmäßigkeit vorzuwalten. Zunächst pflegt die Schlußpointe des Stichverses aus dem Text selbst hervorzugehen, sei es, daß sie sich aus dem Gedankengang des letzteren sinngemäß entwickelt, sei es — was ungleich häufiger der Fall ist — daß ein aus demselben hervortretender Wortlaut den Anlaß zu solcher Anknüpfung giebt; der Zusammenhang zwischen beiden muß jedenfalls ein direkter sein. Wo dagegen eine Pethichah durch eine künstliche Drehung des Textverses auf einen fremden Vers, ohne eigentliche, innere Beziehung zu demselben, hinüberspringt, nur um den Schluß auf den Stichvers zu pointiren, da liegt ein hinreichender Grund vor, ihre ursprüngliche Zugehörigkeit zur Pesikta anzuzweifeln '). Z. B. Piska 23 Peth. 5 (S. 152 b) ר׳ ברכיה בשם ר׳ ירמיה פתח אורח חיים לםעלה למשכיל; in derselben wird auf Grund von למעלה למשכיל auf לא תכלה פאת שרך zurückgegrlffen, um den Lchlußvers zu gewinnen. Der Uebergang zum Schlußvers wird aber nicht durch eine Beziehung gewonnen, welche zwischen לא תכלה und dem Textvers besteht, sondern dadurch, daß der Textvers ganz fallen gelassen und ein anderer Vers עקה לא אנקך dafür benutzt wird. Die Herkunft dieser Pethichah ist daher verdächtig, wie sie ja auch im Codex Carmoly fehlt. Aehnlich verhält es sich mit Piska 10 jM ma M« P״ ־0׳ MI וו da! bet oet ma tti| tue ,gti Bl M 1ei *) Wesentlich verschieben davon ist's, wenn unmittelbar auf den Textvers ein zweiter Vers folgt, fo dah es fcheint, als wenn die Pethichah zwei Texte hätte. In solchem Fall hängen beide auf das Innigste zusammen, und der zweite Vers ist nur dazu da, um dem ersten Vers Klarheit und Inhalt zu geben; z. B. Piska 4 Peth. 3 (6. 33 b ff ) ר׳ יצחק פתח וב׳; Piska 25 Peth. 9 (6. 159 a ff.)מפרי פי איש וכי. — 5