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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1885-01-01 · Heft 4 · p. Seite 169

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
34 (1885)
Issue
Heft 4
Article
Studien zur Aggadah
Date
1885-01-01
Page
Seite 169 (sequence 4)
Language
German
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Studien zur Aggadah. ISS entlehnten Bestaudtheile, sondern auch ihre äußere Form ist wol im Allgemeinen beibehalten worden, ja diese letztere scheint selbst im Einzelnen mit größerer Gewissenhaftigkeit gewahrt worden zu sein, als wir anzunehmen vielleicht geneigt sind. Daraus erklärt sich dann das Wunderliche, das Sprunghafte, das Fragmentarische, das Jnkommensurabele des ganzen Stylcharakters, — das lockere Gefüge, welches sogar das eng Zusammengehörige nicht in einander verwebt, sondern lose an einander reiht, — der seltsame Wechsel der sprachlichen Ausdrncksweise und der eigenthiimlichen Redewendungen, welche nicht selten durch ihre äuigmatische Kürze starke Zumuthungen an die Belesenheit und beu Scharfsinn des Lesers stellen, und doch wiederum anderwärts auch das minder Schwierige mit auffälliger Deutlichkeit oder gar Ausführlichkeit markiren, — endlich die zahlreichen Wiederholungen identischer Stücke, welche schon in den ver» schiedenen Sammlungen uns sonderbar berühren, und auf welche wir zu noch größerem Befremden in einem und demselben Midraschwerk stoßen 1). Längere oder kürzere Partien oder auch nur einzelne, zu haggadischen Formeln oder Schlagworten sich eig- »ende Sätze sind aus ihrer ursprünglichen Umgebung losgelöst und von den verschiedenen Sammlern in größeren oder kleineren Gruppen zu kaleidoskopisch wechselnden Gebilden vereinigt worden. Wiewol wir betreffs der alten Grundschriften, denen die Entlehnungen entnommen sind, völlig im Dunkeln sind, ja nicht einmal zu bestimmen vermögen, ob es primäre oder sekundäre Quellen gewesen, aus denen die Kompilatoren das Material Bezug aus die Peftkta derabbi Kahana diese Vermuthung zuerst ausgesprachen, ohne sie indeß näher zu begründen. Diese Annahme muß auf unsere sämmtlichen Midraschsammlungen übertragen werden, ja ste läßt sich für das ganze rabbinisch-talmudische Schriftthum fruchtbar machen. — >) Mau vergleiche die כללי מדרש רבה des Abraham Akra am Schluß des מסר ארזי לבנון; die meisten Punkte, die er zur Erwägung empfiehlt, beruhen aus stylistischen Inkongruenzen. —

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