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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1885-01-01 · Heft 3 · p. Seite 133

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
34 (1885)
Issue
Heft 3
Article
Schreiben an Master Th... in Triest über Kohelet
Date
1885-01-01
Page
Seite 133 (sequence 7)
Language
German
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Schreiben an Master Th... in Triest über Äohslet. 133 überhaupt abgehen, ist sein Stil hin und wieder dunkel. Aber es ist zu arg, mit Renan zu behaupten, daß der Vers, einem großen Musiker gleiche, welcher gezwungen ist, eine Symphonie mit einem groben Orchester auszuführen. Sein Register ist aller« dings nicht weit, aber dieses beherrscht er vollkommen, und nur wegen eingetretener Beschädigung an der Instrumentation klingen einige Töne so disharmonisch. Denn unverkennbar beschäftigt K. am meisten das, was wir religiöse Fragen nennen. Seine satirischen Ausfälle gegen dm Sklaven-König und die Lumpenfürsten, gegen die Mißregierung seiner Zeit (als Ursache des damals herrschenden PessimismuS), gegen die Weiber, gegen einen Sonderling, gegen die Thorheit vieler Art, bilden doch eigentlich nur den Einschlag in seinem Gewebe. Am meisten verspottet er doch die Klügelei über göttliche Dinge, die thörichte Askese, Gelübdemacherei, und besonders die Hoffnung auf das, was jenseits des Grabes erwartet wurde. Dieser falschen Religiosität setzt er entgegen Ungetrübtheit des Gemüthes in dem Bewußtsein, daß Alles, so wie es ist, von Gott bestünmt sei, immer so gewesen und immer so sein werde, und daher die Freude am Leben, als an einer von Gott verliehenen Gabe, sich nicht zu verkümmern. Diese Lebens- oder religiöse Anschauungen stnd deutliche Kriterien des Sadduccäismus, welcher Auferstehung und Unsterblichkeit auch nicht als religiöse Dogmen gelten ließ, und welcher das Genießen des Lebens nicht als Sünde und die Askese nicht als Tugend gelten ließ (wofür die talmudisch« Literatur einen Belag bietet). Im Grunde können wir die sadducäische Dogmatik nur aus den Aeußerungen der Gegner, ms Josephus, dem Talmud und den Evangelien. Diese Zeug, niffe sind lediglich negativer Natur, was die Sadducäer nicht geglaubt oder als Dogma angenommen haben. Aber sie müssen doch auch ein positives Bekenntniß gehabt haben! Sie standen

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