Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1884-01-01 · Heft 11 · p. Seite 487

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
33 (1884)
Issue
Heft 11
Article
Die kriegerische Bewegung in Palästina am Ausgange des zweiten Jahrhunderts
Date
1884-01-01
Page
Seite 487 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2829132-2829584-2829596-2875178--22532-2875198
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

487 am Ausgang des zweiten Jahrhunderts. thum zu bekennen, nur eins innere politische Maßregel hat durchführen wollen, um den Abfall von dem römischen Cultus, was zugleich einen Abfall vom Römerthum involvirte, zu steuern. Allein einerseits ist es höchst ungewiß, daß Severus den Zutritt zum Christenthum verboten hat. Lactantius, welcher die christenseindlichen Kaiser aufzählt, erwähnt diesen Kaiser nicht darunter; im Gegentheil bemerkt er, von der Zeit Domitians bis auf Decius von 192 bis 250, also mehr als ein halbes Jahrhundert, habe die Kirche ungestörten Frieden genossen und habe sich in aller Freiheit im Abendlande und Morgenlande ausbreiten können. Tertullian, der unerbittliche Gegner des Heidenthums, verfaßte unter Severus seine Brandschriften gegen dasselbe, griff die römischen Institutionen mit keckem Freimuth an, lockte Heiden zum Christenthum an, ohne daß ihm ein Haar gekrümmt worden wäre: B. Aube, welcher eine ausgedehnte Untersuchung über die Lage der Christen unter Severus angestellt hat'), ist es nicht gelungen nachzuweisen, daß eine Christenverfolgung unter diesem Kaiser stattgefundsn, oder daß es allgemein verboten worden wäre, sich zum Christenthum zu bekennen. Selbst die christliche Märtyrer-Legende weiß keine Märtyrer in Rom in dieser Zeit aufzuführen. Die Bischöfe haben damals ungestört Synoden gehalten, um die Osterfrage mit Erbitterung zu verhandeln. Der Satz ״Idem de Christianis sancit“ ist höchst wahrscheinlich eine Fälschung, die in den Text hineingebracht wurde, um Eusebius' vage Behauptung zu bestätigen, daß auch Severus ein Christenverfolger gewesen wäre. Möglich, daß Eusebius selbst, der Textsälscher, auch diese Fälschung hineingebracht hat * *). 1)Aube', 168 Chretiens dans Fempire Romain de la fin des Antonins 180—249, Chap. III la persecution de Sueve p. 53—236. *) Ein Beweis mehr dafür ist, das; in den angeführten juristischen Sentenzen von Paulus das Verbot und die Strafe für Uebertritt zum Clpijtenthume nicht/wähnt ist. Gefälscht ist wohl auch bei Lampricius

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.