Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 33 (1884)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Der synagogale Ritus
- Date
- 1884-01-01
- Page
- Seite 458 (sequence 1)
- Language
- German
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458 Der synagogale Riius. Jer synagogale Uitus. Von Leopold Löw. tFortsetzung und Schluß). Diese Maßregeln können ihren provisorischen Charakter nicht verleugnen. Sie kamen an Festtagen zur Anwendung, an denen ein zahlreiches Publikum sich in der Synagoge einzufinden pflegte. Der Verkehr der Geschlechter, welcher dadurch begünstigt wurde, entlockte einem Schriftgelehrten den Ausruf: Die Wunden des ganzen Jahres rühren von den Festtagen her (Kidd. a. a. £)., und Raschi das. Eine andere Auffassung s. Aruch סקכ). In den Synagogen zu Pumbadita und Machusa wiederholte sich demnach, wenn auch in milderer Form, dieselbe Präventiv-Maß reget, die ungefähr ein halbes Jahrtausend früher im Tempel zu Jerusalem beliebt war! Wie in Jerusalem die Exostra, so wurden in Pumbadita und Machusa nach Ablauf des Festes die Krüge und Stäbe entfernt. Diese waren zur Bildung eurer Demarkationslinie hinreichend, weil die Frauen auch bei sonstigen gottesdienstlichen Versammlungen einen von den Männern abgesonderten Platz einnahmen, ohne durch eine Mauer oder Brustwehr oder sonst eine architektonische Vorkehrung von denselben geschieden zu sein. Eine solche Vorkehrung war den Synagogen des Alterthums gänzlich fremd. Denn was von den palästinenfischen und persischen Synagogen nachgewiesen wurde, gilt auch von der berühmten Synagoge in Alexandrien, deren Beschreibung von keiner Frauenabtheilung spricht. Eine Ausnahme scheint das Semneion, die Andachtsstätte der Therapeuten zu bilden welches in dem Buche vom beschaulichen Leben folgender Maßen beschrieben wird. Das gemeinsame Semneion, wo man immer