Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 33 (1884)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Montefiore, Crémieux und Riesser
- Date
- 1884-01-01
- Page
- Seite 387 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2829132-2829584-2829594-2875049--22414-2875059- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Montefiore, LrSmieux und Rieher. 331 weiht sich der heiligen Sache mit G e i st, CrLmieux mit e s p r i t, Montefiore mit ehrenwerthem Sinne; Rießer liebt das noch qetheilte deutsche Vaterland, mit heißer Sehnsucht seine Einigung in Freiheit erstrebend, er liebt innig das neue Reich in der Idee, Cr4mieux betet sein Frankreich als heilige Heimath an, verehrt Paris, wie sein Jerusalem, Montefiore fühlt sich mit gerechtem, selbstbewußtem Stolze als Sohn Albions, als Glied der hohen Gesellschaft Großbritanniens. Crsmieux und Montefiore stehen einander näher vermöge ihrer sephardischen Abstammung und begegnen emander auch darin, daß sie — entgegen der herrschenden sephardischen Ueberlieferung — Frauen von deutscher Herkunft heimführen. Beide hat des Geschickes Gunst mit der Ruhmeskrone des Silberhaares geschniückt, Beiden hat die Porsehung es gewährt. Weniges nur für ihren nächsten Kreis erarbeiten zu müssen» um desto wirksanier für den weiteren Kreis der Glaubensgemeinschaft eintreten zu können; aber Crömieux und Rießer sind einander wählverwandt durch den juridischen Beruf, den sie sich erkoren, durch ihre politische Thätigkeit, durch den hohen Grad ihrer Bildung, wie endlich durch die gleiche Meisterschaft über das zu schreibende und zu sprechende Wort. Wir hatten ursprünglich die Absicht, die Namen der von uns zu Würdigendeu so zu stellen, daß wir mit dem Jüngsten, uns aber dennoch zuerst Entrissenen begännen, mit dem Aeltesten, durch Gottes Huld uns noch Erhaltenen, dagegen schlössen; sachliche Gründe jedoch bestimmten uns die Reihe umzukehren und mit Rießer zu schließen, als mit dem Manne, dessen inneres wie äußeres Leben uns deutschen Juden zunächst gerückt ist, der uns als der Mustergültigste verbleiben soll. Ueberdies kann ja Montefiore unmittelbar nur Günstlingen des Geschickes zum Vorbilde werden, während Crömieux und noch mehr Rießer, die ihrer geistigen Ritterschaft allein ihre Er« 25*