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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1884-01-01 · Heft 8 · p. Seite 373

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
33 (1884)
Issue
Heft 8
Article
Der synagogale Ritus
Date
1884-01-01
Page
Seite 373 (sequence 10)
Language
German
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Der synagogale Ritus. 373 Die Freundinnen der Verstoßenen rieten derselben, sich diesem Geschäfte zu unterziehen, und dabei den Rabbi anzuspucken, was bei Beschwörungen zu geschehen pflegte sToß. Sanh. III, Jer. das. 10,1, B. 101 a), was aber verpönt wird. Maim. opponirt hier, seinem Principe getreu, den Talmud, indem er die Jnkantation an sich verpönt, wenn auch der Jnkantist nicht angespuckt wird. (S. Keß. Mischneh. Ab. Zara 11,12)]. In der Nähe R. Meir's hielt sie jedoch der Respekt vor dem verehrten Schriftgelehrten ab, ihr Vorhaben auszuführen. Rabbi, sprach sie, ich bin der Beschwörungskunst nicht mächtig. Der Angesprochene ermuthigte sie jedoch mit den Worten: Spucke mich sieben Mal an und ich werde geheilt sein, Nachdem sie seiner Weisung nachgekoin.men war, entließ er sie mit den Worten: Gehe und sage deinem Galten, daß du dem Prediger nicht einmal, sondern siebenmal in's Gesicht gespuckt hast. Von seinen Schülern interpellirt, warum er die Jnkantation nicht von Einem aus ihrer Mitte vollziehen ließ, sprach er: Wie glücklich ist Meir, dem Beispiele seines Schöpfers folgen zu können! Wurde ja selbst der Name des Heiligen, gelobt sei er, ausgelöscht, um Frieden zwischen Manu und Weib zu stiften (Wajj. R. Abschn. 9. Eine jüngere Version, s. Debar. R. 5. Vergl. 4 M. 5,23). Die Geschichtlichkeit der angeführten Thatsachen wird bei dem Gebrauche,;■ der hier von der Erzählung gemacht wird, nicht vorausgesetzt. Ihre j sittengeschichtliche Bedeutung kann in keinem Falle in Abrede gestellt werden. Sie lassen klar und unzweideutig erkennen, daß die palästinensischen Synagogen und Lehrhäuser von Frauen besucht wurden, ohne daselbst eine für sie eingerichtete Räumlichkeit zu finden. Genauere und befriedigendere Nachrichten erhielten sich in dieser Hinsicht über die persischen Synagogen, und zwar aus den blühenden Gemeinden in Pumbadita und Machusa. Die hierauf bezügliche talmudische Notiz besteht aus sechs Worten, die aber an archäologischer Bedeutsamkeit die meisten dialektischen

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