Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 33 (1884)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Der synagogale Ritus
- Date
- 1884-01-01
- Page
- Seite 364 (sequence 1)
- Language
- German
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364 Der synagogale Ritus. Jer synagogale Uitus. Von Leopold Löw. (Fortsetzung.) 5. Kapitel. Fraurnabtheilung. Eine besondere Erörterung verdient der Platz, welcher dem weiblichen Theile der Gemeinde beim öffentlichen Gottesdienste angewiesen wurde. Die Meinung, daß die Absonderung der Geschlechter in geschiedene Räumlichkeiten eine uralte, jüdische Einrichtung sei, ist ziemlich weit verbreitet. Was lehrt hierüber die Geschichte? Die Thora kennt eine solche Absonderung nicht. Wie der Mann sein Opfer, so bringt auch das Weib das ihrige vor die Thür des Zeltes der Offenbarung (3. M. 12, 6 ). Der dem Manne zugängliche Ort ist auch dem Weibe zugänglich. Das Gebot, das Volk am Laubhüttenfeste des Nachlaßjahres zu versammeln, und demselben das Gesetz vorzulesen, schließt die Frauen ausdrücklich ein (5 M. 31,10—12), ohne jedoch anzuordnen, daß denselben ein abgesonderter Raum anzuweisen sei. Christliche Bibelforscher haben sogar die Frage diskutirbar gesunden, ob Weiber beim öffentlichen Kultus mit beschäftigt waren. Unter den Aeltern erklären sich Lundius, (Jüd. Heil. B. I. Kap. 31) und Habihorst (De mulieribus Zobehoth Rost. 1688), unter den Neueren Ewald entschieden dafür. ״Es ist sehr merkwürdig", sagt Letzterer, ״daß nach einigen geschichtlichen Spuren auch Weiber ähnlich wie die Leviten, am Heiligthume thätig ge-