Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 33 (1884)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Die Erfurter hebräischen Grabinschriften
- Date
- 1884-01-01
- Page
- Seite 350 (sequence 2)
- Language
- German
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©rapinicgriFten. das Jahr 1750 wurde der Senior Besler, Prediger der Michaeliskirche, an welcher er 40 Jahre wirkte. Dieser Geistliche war, wie Bellermann ihn bezeichnet, ein Freund des Alterthums und mit der hebräischen Sprache wol vertraut. Es blieb nicht aus, daß ihn die historisch so merkwürdigen Grabsteine zur näheren Aufzeichnung ihrer Inschriften anregten. Aber Kenntnis erhielt das Publikum davon, wie es scheint, erst 1793, als Bellermann eine größere Reihe von solchen Inschriften veröffentlichte. Es war diesem großen Freunde der hebräischen Sprache bekannt geworden, daß am Andreasthor (Thorschreiberhaus 2), am Moritzwall bei diesem Thor (6) in der Michaeliskirche (4) am Kartheuserkloster (1) an den Kreuzstegen (Müllersches Haus 2) an der Predigerkirche (2, an der von Steinen des Moritzthurmes gebaut wurde) am Fischersande (im Siebel'schen Hanse 1) in der Eimergaffe (im Stieghan'schen Hause), am Kreuzkirchhofe (I), auf der Marktstraße am Andreasthor (im Sonntag'schen Hause 1), an der Hirschlache an der Mauer (1) am Moritzwall u. Moritzthor (4) Leichensteine oder Stumpfe von Leichensteinen, größtentheils eingemauert gefunden wurden und er bemühte sich ihre Inschriften aufzunehmen. Er scheint auch das Interesse Anderer, so des Prof. Stieghanu u. Herrmann dafür angeregt zu haben, ebenso unterstützten ihn der greise Besler und sein Enkel der Rector Weingärtner, welche er beide überlebte. Durch Bellermann's Arbeiten, von denen wohl Prof. Unger Kenntniß erhalten hatte, wurde dieser treffliche Mann veranlaßt, die zu seiner Zeit neugefundenen Leichensteine zu entziffern und über sie der Zeitung des Judenthums Mitteilung zu machen. Von dieser nahm nun Dr. Zuuz Notiz, dem Prof. Unger noch weitere Mitteilungen machte. Von beiden geleitet und angeregt veröffentlichte Dr. Jaraezewsky auch die Inschriften der in seiner Zeit aufgefundenen allerdings noch Juden in Erfurt gewohnt". Die Inschrift ist No. 71 des Verzeichnisses. Siehe Bellermann id. ©, 18.