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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1884-01-01 · Heft 4 · p. Seite 169

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
33 (1884)
Issue
Heft 4
Article
Der synagogale Ritus
Date
1884-01-01
Page
Seite 169 (sequence 9)
Language
German
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Der synagogale Ritus. 16S Den ersten Impuls zu dieser Empfehlung gab, ohne es zu wollen, die Massora. Dieselbe bemerkt zu 1 M.!6,7, daß sich dei^ daselbst vorkommende Ausdruck על העין, an der Quelle, 1 M. 24,30 wiederholt. Diese Zusammenstellung hat rein mafsoretische Tendenz. R. Jakob b. Ascher macht davon folzende Nutzanwendung: der Engel Gottes findet die fliehende Hagar an der Quells; der Knecht Abraham's steht ebenfalls an der Quelle. Beide beten, denn es ist heilsam am Wasser zu beten, wie geschrieben steht: zwischen den Tränkrinnen preise man die Wohlthaten des Herrn lRicht. 5,1!). Wird ja das Gebet selbst dem Wasser verglichen: Schütte wie Wasser aus dein Herz (Klaget. 2,!9, Ba'al Ha-Turim zu 1 M. 16, 7). Diese aus dem vierzehnten Jahrhundert stammende Spielerei war, wie viele Spielereien ihres Urhebers, längst verschollen, als sie in neuester Zeit im Oriente wieder aufgefrischt wurde. Der fruchtbarste Polyhistor der orientalischen Juden, Chajjim Falaggi, Rabbiner in Smyrna, eignete sich dieselbe au, und preist die in Constantinopel und in anderen Städten am Wasser angelegten Synagogen als Stätten, welche der Erhörung des Gebetes förderlich sind. Um die Besucher der wasserlosen Synagogen zu trösten, fügt er hinzu, daß nach seiner Meinung R. Jakob's Theorie sich nur auf Privatgebete beschränke, das Gebet der versammelten Gemeinde hingegen an jeglichem Orte mit gleicher Wirksamkeit zum Himmel emporsteige (Kaf ha—Chajjim Saloniki 1859). Die einzige talmudische Vorschrift über die Stätte der Synagoge lautet: Man erbautdie Synagoge nur auf dem hoch st en Punkte der Stadt (Tos. Meg. HI, x. 227,16 Zuck.). Diese Vorschrift lehnt sich sogar an das Bibelwort, indem darauf der Spruch bezogen wird: ״Sie — die Weisheit — ruft an der Spitze geräuschvoller Straßen" (Spr. 1,21). Ihr wirklicher Ursprung ist auf die ehemaligen Anhöhen (במוח) oder

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