Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 33 (1884)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Akrosticha, mit besonderer Berücksichtigung der Dichtungen Abraham ben Esra's
- Date
- 1884-01-01
- Page
- Seite 64 (sequence 1)
- Language
- German
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64 Akrosticha, mit besonderer Berücksichtigung Akrosticha, mit besonderer Berücksichtigung der Iichlungen Abraham öen Llra's. Von vr. E g e r s. Ein gar nicht uninteressantes Studium bildet das Kapitel der Akrosticha in den Erzeugnissen jüdischer Dichter. Sie haben ihre Geschichte. Spricht ja Geiger (das Judenth. u. s. Gesch. H, S. 182) sogar die Vermuthung aus, daß Menachem ben Saruk, durch eine derartige Einflechtung seines Namens in den, wie daraus zu ersehen ist, von ihm abgefaßten Brief Chasdai's an den Chazarenkönig, den gewaltigen Zorn seines Mäcens auf sich geladen habe'). Doch abgesehen von Angiffen auf Autoren bei ihren Lebenszeiten, erfahren wir, daß absichtlich Akrosticha unterdrückt wurden, um aus frommer Taktik einen andern, bevorzugten Namen auf den Schild zu heben. So heißt es bei Zunz (Ritus S. 144): ״Eine offenbare Fälschung war es, wenn man zu Anfang des siebzehnten Jahrhunderts die letzte Strofe wegließ von Jehuda Halevi's כרכי אצולה und darüber druckte, daß es von Nachmanides sei". Solche Ueberschriften führen leicht irre, daß man auch, wo ein Akrostichon vorhanden, wenn dasselbe kurz oder versteckt angebracht ist, gar nicht darauf achtet. So veröffentlichte W i t tk o w e r (Hamaggid 1872, S. 443), nach der Angabe einer alten Handsch. in der Hamburger Stadtbibl., einen פומון לרא״בע, mäh- *) Aus dieselbe hat zuerst L u z z a t t o, Kerem Chemed VIII, S. 188 f. aufmerksam gemacht, während C h a s d a i s Namens-Akrostichon darin schon vou Jair Chajim Bacharach (s. dessen 'INN BO f. 110 b) bemerkt worden ist.