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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1883-01-01 · Heft 12 · p. Seite 550

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
32 (1883)
Issue
Heft 12
Article
Geschichte der Juden in Breslau
Date
1883-01-01
Page
Seite 550 (sequence 8)
Language
German
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550 Geschichte der Juden in Breslau. Abschnitt I. Kleidung der mosaischen Bekenner sich in nichts von der der Christen unterschied und sie auch gleich den letzteren Kapuzen trugen. Ferner stand christliches Gesinde in ihrem Dienste, in den Schlachthäusern der christlichen Fleischer wurde das Vieh nach jüdischem Ritus von dem ״episcopus Judeorum“ geschlachtet und die von ihm nicht zu verwendenden Stücke seitens der ersteren abgenommen. Ja, noch mehr, ein Jude Namens Salomo erfreute sich in so hohem Grade der Gunst des Breslauer Herzogs *), daß ihm das Amt eines fürstlichen Hof- und Küchenmeisters übertragen ward. Dieser Zustand der Dinge erregte den tiefsten Unwillen des Bischofs Heinrich von Breslau (1301-—1319), und mit der ganzen ihm zustehenden kirchlichen Autorität versuchte er dem ״neuen Mißbrauche", wie er es nannte, entgegenzutreten * 2). Den christlichen Fleischern in der Stadt Breslau wird mit Berufung auf die kanonischen Gesetze, welche eine derartige Veremigung nicht zuließen, streng anbefohlen, bein ״episcopus J11deorum“ die Benutzung ihrer Schlachtstätten fernerhin zu verweigern. ') Die Vermuthung Grünhage ns (Breslau unter den Plasten Brest. 1862, p. 85), daß unter diesem Herzog Boleslaus zu verstehen sei, dürste wohl richtig sein. 2) Cod. dipl. Siles. V p. 57 bis 59 No. 73 bis 75. Die betreffenden Aktenstücke entbehren, da sie zu einer Formelsammlung gehören, dem Charakter einer solchen entsprechend, jeder näheren chronologischen Bestimmung. Nur so viel ist eben sicher, daß dieselben in die Zeit des im Texte erwähnten Bischofs fallen; der bischöfliche Befehl an die Fleischer wird indeß spätestens im Jahre 1315, wie aus der folgenden Darstellung im Texte sich ergiebt, ergangen sein. Dagegen ist für unsere Zwecke der Umstand recht günstig, daß die uns hier interessirendm Orts- und Personennamen nicht unterdrückt sind, was ebenfalls in Formelbüchern zu geschehen pstegt. Das; aber die in Rede stehende Formelsammlung nicht erdichtete, sondern der geschäftlichen Thätigkeit des Verfassers entnommene, Beispiele enthält, erklärt der letztere selbst.

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