Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 32 (1883)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Geschichte der Juden in Breslau
- Date
- 1883-01-01
- Page
- Seite 545 (sequence 3)
- Language
- German
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(Bis zur ,großen Verfolgung im Jahre 1349}. ־ 545 ’ Aus der ersten einigermaßen sicheren Nachricht, welche uns aufbewahrt ist, erfahren wir nichts anderes als eine über die Breslauer Judenschaft hereingebrochene Verfolgung. In lakoni« scher Kürze wird die nackte Thatsache gemeldet, daß jene im Jahre 1236, oder nach anderen Chronisten 1219, vertrieben worden seiJ); über die Veranlassung hierzua), oder sonst irgend welche nähere Umstände findet sich nichts. Es dauerte indeß nicht lange, bis sie mit Hilfe ihres Geldes, wie der Annalist sagt, die Erlaubniß erlangten, in die Stadt zurückzukehren a). Wenn wir nun auch erst bei dieser Gelegenheit von jüdischen Einwohnern in Breslau hören, so läßt sich doch wohl die Existenz einer wenigstens kleinen Gemeinde schon eine geraume Zeit vorher aunehmen. Die reichen Juden Joseph und Chazkel, welche spätestens bis zum Jahre 1203 * *) bezw. 1204 *) die in der unmittelbarsten Nähe Breslaus gelegenen Dörfer ״Villa falconariorum‘‘ (Falknerdorf) und Zocholnici •) oder richtiger ') Pol s Jahrbücher der Stadt Breslau herausg. von Büsching I, p. 51, vgl. Klose a. a. O. I p. 335. *) Klose a. a. O. II, 1 p. 73 meint seltsamerweise, daß diese Versalgung sowie die vom Jahre 1319 sich aus der gleichzeitigen Geschichte Deutschlands erklären laste! 3) Pol a. a. O. ä) Bach, Geschichte von Trebnitz (im Archiv für die Gesch. des Bisthums Breslau herausg. von Kästner II p. 198); Codex dtplomaticus Silesiae VII ed. Grunhagen p. 66 No. 92. °) Jahresberichte der schlesischen Gesellschaft für vaterländische Cultur 1866, philosophisch-historische Abtheilung p. 82; Cod. dipl. Siles. VII p. 70 No. 97. •) Das heutige Breslauer Nikolaiviertel. Möglich ist es, daß' die beiden genannten Ortschaften identisch sind, wie Wolff a. a. O. p. 2S3 und nach ihm Grünhagen (in den Note 11 angeführten Jahresberichten p. 81) behaupten. Für wahrscheinlicher halten wir indeß die von Oelsner mit Entschiedenheit vertretene entgegengesetzte Annahme. Denn wenn auch die , Ansicht Grünhagens, daß die zu Gunsten des Trebnitzer Vincenzstistes ansgestellte Urkunde vom Jahre 1204 interpolirt sei, richtig sein mag, so Gr«etz-Frankt, MonatssKrift XXXll ». 35