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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1883-01-01 · Heft 10 · p. Seite 455

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
32 (1883)
Issue
Heft 10
Article
Die Agada der Tannaiten
Date
1883-01-01
Page
Seite 455 (sequence 23)
Language
German
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Die Agada der Tannaiten. 455' 23,13 findet er die Lehre, daß aus Gottes Gerichte jede Willkür ausgeschloffen sei'). Die Vorstellungen von dem Walten der göttlichen Gerechtigkeit sucht Akiba auch im Einzelnen festzustellen, so in dem oben erwähnten Gruppensatze über die Dauer des Strafgerichtes, als welche er für verschiedene Fälle auf Grund von Bibelstellen den Kreislauf eines Jahres von zwölf Monaten angiebt י); ferner in den Urtheilen über gewisse in der heiligen Schrift vorkomwende Frevler der Vorzeit hinsichtlich ihres Äntheils an der künftigen Welt^). Von der letzteren sind nach Akiba auch ausgeschloffen: wer in ״außenstehenden" nicht zu den heiligen Schriften gehörigen Büchern religiösen Inhaltes lieft* * * 4); wer in der Absicht eine Wunde zu heilen, über dieselbe leise die Worte von Exod. 15,26 spricht4); wer das Hohelied bei Gastmälern ף S. oben S. 437, A. 1. *) S. oben S. 447. Eine eigenartige Theorie über das Gleichgewicht zwischen Hölle und Paradies, Strafe der Frevler und Lyhn der Frommen, knüpft Akiba an Koh. 7,14, nach Chag. 15 a, doch s. oben S. 367, A. 3. *) Die Ansichten Akiba's hierüber waren in anderem Zusammenhange schon oben S. 434 und S. 363 f.* behandelt. 4y הקורא בספרים החיצונים, M. Synh. 11(10),!. Unter diesen Büchern sind nach einer Baraitha des bab. Talmuds (Synh. 100 ft), die Bücher der Judenchristen oder ketzerischen Sette — ספרי מינים — überhaupt zu verstehen (צדוקים für מינים ist eine Censuränderung, s. Dikd. Sofrim). Ueber die bekannte Stelle des jerusalemischen Talmuds (Synh. 28 a), in welcher als Beispiele für ספרים חיצונים einige mit Namen genannt werden, s. besonders Joel, Blicke in die Religionsgeschichte, I. Band S. 68—76 und als neueste Conjecturen die von Perkes in Revue des Etudes juives, 3. Band. Keinesfalls scheint diese Exemplification von Akiba selbst herzurühren. Wie Akiba die christliche Bibelauslegung, auch wenn sie nicht dogmatisch war, verpönte, steht man aus dem oben, S. 302* Erzählten. *) M. ibid. Tos. Synh. 12,10, wo es Abba Saul im Namen Akiba's mittheilt. Fraglich ist, ob der erläuternde Zusatz, den im jerusalemischen Talmud Rab (Synh. 28 b oben), im babylonischen Jochanan (Synh. 101 a) giebt, und den die Tosefta — ebenso Aboth di R. N. 6. 36 — in Akiba's Satz selbst ausgenommen hat

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